Sportfreunde sind in Göttinger Stadthalle in Top-Form

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Sportfreunde Stiller: Sie überzeugten am Donnerstag erneut das Göttinger Publikum – diesmal in der Stadthalle.

Göttingen. So marode kann die Göttinger Stadthalle ja gar nicht sein: Das fulminante Konzert der Sportfreunde Stiller jedenfalls hat der gute alte „Kachelofen“ überstanden und wartet nun auf die weniger lauten und vor Kraft strotzenden Musiker der Händel-Festspiele.

Die drei Sportfreunde sind älter geworden, sie musizieren seit mehr als 20 Jahren zusammen (ja, kaum zu glauben...). Aber was den Einsatz und die Dynamik angeht, so liefern die drei singenden Musiker und Fußballfans Peter Brugger (Schlagzeug, Gitarre), Florian Weber (Schlagzeug, Keyboard) und Rüdiger Linhof (Bass) ein starkes Spiel in Göttingen ab.

Offensive ist dabei angesagt, trotz des ambivalenten Album- und Tour-Titels „Sturm und Stille“. Die Sportfreunde machen von Beginn an Druck, auch wenn sie in der Stadthalle keine Gegner, sondern nur Freunde vorfinden, die ihnen auch noch durch einen wiederkehrenden Chorus die Atmosphäre der Allianz-Arena schaffen.

Sympathisches Trio

Sympathisch sind die drei Münchner ohnehin, was sie durch Frotzeleien untereinander und Remissenzen in Bezug auf Göttingen untermauern. „Wir waren mehrfach hier, auch im Bierdorf (später Outpost), sagt Flo Weber. Jubel! Flo hat auch ein Gänseliesel, „Gänsemädchen“, wie er sagt, kennengelernt und daraufhin einen Songtext geschrieben: „7 Tage, 7 Nächte“. Muss ja nicht wahr sein, ist eine schöne Legende und Liebelei mit einer Frau aus Göttingen: Der Song wurde ja auch so zum Stiller-Hit.

Bereits nach drei Stücken zieht das Publikum voll mit: „New York, Rio, Rosenheim“ ist so ein Stiller-Song mit höchstem Wiedererkennungsmerkmal. Folge: Die Halle singt.

Dass die Stillers eine treue Fanschaft haben, liegt neben besagtem sympathischen, ehrlichen Auftreten und dem druckvollen Rock auch an schlicht-schönen Textzeilen, die hängen bleiben: „Glücklich wie nie und traurig wie selten“ oder „Fängt das Wünschen immer wieder von vorne an“ sowie natürlich „dass Du das Größte für mich bist“ aus „Kompliment“, dem Stiller-S schlechhin, stehen dafür.

Kein Wunder also, dass das Mitsingen im Verlauf der zwei Stunden anhält. Kleines Manko für nicht so Textsichere: Die Akustik schluckt die Verständlichkeit manchmal erheblich. Macht aber nix: Nur Hören, Stillstehen und Ausruhen, das ist am Donnerstag in der Stadthalle so gar nicht angesagt. Die Sportfreude spielen nach vorn und das Publikum in der nicht ganz ausverkauften Halle (Warum eigentlich nicht?) auch. „Mann, seid ihr laut in Göttingen!“, staunt Brugger.

Am Ende tanzen alle zum auch durch den Wien-Tatort bekanntgewordenen Song „Es muss was Wunderbares sein (von mir geliebt zu werden)“, gesungen von Flo, der mal kurz seinen Drummer-Job als Tempomacher im Spiel der Stiller aufgibt und beachtlich singt.

Alle sind am Ende durchgeschwitzt. Dieses Match in Göttingen haben die Sportfreunde jedenfalls gewonnen. Sie wollen wiederkommen. Schön wär’s. Und die Stadthalle steht dann wohl immer noch.

Von Thomas Kopietz

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