Franzsösisch auf Rädern

Sprachprogramm Francemobile besucht die Neue IGS Göttingen

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Interesse Wecken: (von links) Maeva Lagarde, Denise Degenhardt und Melanie Cordes freuen sich über Besuch des Francemobil.

Als Teil des Programms „Francemobil“, dass französische Muttersprachler an Schulen schickt, um Kinder und Jugendliche für Sprache, Kultur und Land zu begeistern, ist Maeva Lagarde seit September in Norddeutschland unterwegs - auch in Göttingen.

Göttingen. „Bonjour, je m’ apelle Maeva Lagarde, j’ai 23 ans“ (Französisch: Hallo, Ich heiße Maeva, ich bin 23 Jahre alt) begrüßte die junge Französin 17 Schüler der achten Klasse an der Neuen Integrierte Gesamtschule (IGS) Göttingen. Sie ist extra aus Bremen angereist und will neue Begeisterung für die französische Sprache bei den Kindern wecken.

„Gestern war ich am Abendgymnasium, da waren die Schüler teilweise älter als ich“, erzählt Maeva. Das Projekt kennt sie bereits seit mehreren Jahren durch ein Praktikum beim „Estudio France“. Sie studiert Deutsch und Französisch im Master und arbeitete nebenbei auch als Fremdsprachenassistentin. Das Programm für die Doppelstunde passt sie stets an die jeweiligen Altersgruppen und den Kenntnisstand an.

Denise Degenhard und Melanie Cordes, beide Französischlehrerinnen an der IGS, freuen sich sehr, dass ihre Anmeldung für den Besuch des Francemobil erfolgreich war. Sie bringen selbst viel Begeisterung für das Fach mit und hoffen so auch, ihre Schüler mehr für Französisch begeistern zu können. „Es ist auch mal was anderes, wenn die Schüler es mit einer Muttersprachlerin zu tun haben, als mit uns Lehrern“, sagt Cordes.

Degenhardt ist bereits vor einiger Zeit durch eine Informationsmail des DFJW auf das Projekt aufmerksam geworden. Ihr ist aufgefallen, das Französisch als zweite Fremdsprache immer seltener gewählt wird, „Spanisch ist bei vielen im Moment beliebter“, sagt sie. Um so mehr freut es sie, aktuell wieder einen recht starken Jahrgang zu haben.

Maeva findet in dem 90-minütigen Programm einen spielerischen und musikalischen Zugang zur Sprache und Kultur für die Schüler. Dabei spricht sie nur Französisch und verzichtet weitgehend auf Erklärungen auf Deutsch. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde geht es direkt weiter mit Musik. Die Schüler sollen Lieder erraten. „Das kenn’ ich“, ruft ein Schüler als aus dem kleinen Lautsprecher das Lied „Avenir“ von Louane ertönt. Das gilt auch für die restlichen Lieder. Die Schüler haben sichtlich Freude, kennen die Musik und wippen auf ihren Stühlen zum Takt mit. „Ich habe in den letzten Jahren gemerkt, das die Schüler zunehmend französische Rap-Musik privat hören und sich daher für die Sprache Interessieren“, erzählt Degenhard.

Auch bei den weiteren Spielen versucht Maeva einen lockeren Zugang zu den Schülern zu finden. So etwa bei einer Art Brettspiel auf der Karte Frankreichs oder bei einem Memoryspiel, bei dem die Jugendlichen die französische Entsprechung zu etwas finden sollen, dass sie aus Deutschland kennen.

Vorstellungsrunde: Maeva Lagarde begrüßt die Schüler in ihrer Muttersprache Französisch.

Deutsch-Französische Freundschaft fördern

Das Francemobil gibt es seit dem Jahr 2002. Es wird vom Deutsch-französische Jugendwerk (DFJW) in enger Zusammenarbeit mit der Französischen Botschaft/Institut francais Deutschland angeboten und von der Robert Bosch Stiftung, Renault Deutschland, dem Deutsch-Französischen Institut (dFI) Erlangen sowie dem Ernst Klett Verlag unterstützt. 

Deutschlandweit sind zwölf Lektoren für jeweils zehn Monate mit einem Renault unterwegs. Jeder ist dabei für ein bis Bundesländer zuständig. 

In Frankreich gibt es die „Mobiklasse“ als Gegenstück. Dort sind es Deutsche Muttersprachler, die in einem Mercedes durchs Land fahren und das Interesse für die deutsche Sprache und Kultur wecken wollen. Das Programm richtet sich an Schüler jeden Alters und aller Klassenstufen. 

Wie beliebt das Francemobil ist, zeigen die Bewerberzahlen. „Aus dem letzten Jahr haben wir noch eine Warteliste mit 69 Schulen, deswegen haben wir die Anmeldefunktion für das kommende Jahr noch nicht freigeschaltet“, sagt Maeva Lagarde.

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