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St. Johanniskirche Göttingen startet Veranstaltungsreihe zum Thema „Auf:Brüche“

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Von: Lea-Sophie Mollus

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Neun neue Kulturangebote bieten Stefan Dehler (Stille Hunde, (hinten von links)), Bernd Eberhardt (Kirchenmusiker), Gerhard Schridde (Pastor), Anja Czarny (Göttingen Tourismus), Ulrike Grell (TanzZentrum Göttingen, (vorne von links), Katharina Jahn (Theologie-Studentin und Praktikantin), Jenny Rieder-Seher (Kulturarbeit St. Johannis) und Judith Kara (Ballettschule art la danse) an.
Neun neue Kulturangebote bieten Stefan Dehler (Stille Hunde, (hinten von links)), Bernd Eberhardt (Kirchenmusiker), Gerhard Schridde (Pastor), Anja Czarny (Göttingen Tourismus), Ulrike Grell (TanzZentrum Göttingen, (vorne von links), Katharina Jahn (Theologie-Studentin und Praktikantin), Jenny Rieder-Seher (Kulturarbeit St. Johannis) und Judith Kara (Ballettschule art la danse) an. © Lea-Sophie Mollus

Durch die Corona-Pandemie ist auch in der Kulturarbeit einiges in die Brüche gegangen. Unter dem Titel „Auf:Brüche“ startet die St. Johanniskirche eine neue Veranstaltungsreihe.

Göttingen – Es gab Abbrüche, weil vieles nicht möglich war. Aber auch Aufbrüche, weil sich neue Chancen und Möglichkeiten auftaten – zum Beispiel durch hybride Gottesdienste. „Kintsugi“ heißt es in der japanischen Kultur, wenn Zerbrochenem neues Leben eingehaucht wird und dadurch etwas Neues, Schönes entsteht.

Nach diesem Prinzip sind auch die Thementage der St. Johanniskirche in Göttingen entstanden. „Auf:Brüche“ lautet der Titel, unter dem in den kommenden Wochen neun Veranstaltungen stattfinden.

Kino und Orgel

Los geht es mit der Eröffnung des 15. Göttinger Stummfilmfestials am Donnerstag, 24. März. In der Kirche wird auf einer großen Leinwand der Stummfilm-Klassiker „Der letzte Mann“ von Friedrich Wilhelm Murnau (1924) gezeigt. Die Musik dazu improvisiert Kirchenmusiker Bernd Eberhardt live auf der Orgel. Die Kombination von Stummfilm und Orgelmusik schwirre ihm schon lange im Kopf herum, wie Eberhardt sagt. Dabei verspricht er ab 19 Uhr „viel Radau“.

Vortrag

„Kirche in der Gesellschaft – Herausforderungen und Chancen für eine gemeinsame Zukunft“ lautet der Titel des Vortrags von Regionalbischöfin Adelheid Ruck-Schröder. Sie spricht am Donnerstag, 31. März, ab 18.30 Uhr, über den Wandel der kirchlichen Strukturen und darüber, wie Kirche die Veränderungen annehmen und nutzen kann.

Ostertanz

Neun Tänzerinnen des „TanzZentrums Göttingen“ greifen am Ostermontag, 18. April, die Stimmung dieses Tages auf, um sie in etwas Körperliches zu verwandeln. In dem Gottesdienst mit Tanz unter der Leitung von Ulrike Grell, Liturgie und Texten von Gerhard Schridde und Musik von Bernd Eberhardt wollen sie den ganzen Kirchenraum einnehmen, so Grell.

Stadtführungen

Zwei Stadtführungen zum Thema „Brüche“ wurden extra für diese Thementage konzipiert. Die erste findet am Samstag, 2. April, ab 14 Uhr statt: „Aufbruch – Brüche – Veränderung“ lautet der Titel. Es geht um Göttinger Bau-Geschichte – die bauliche Veränderung und damit die der Stadtbilder steht im Mittelpunkt.

Bei der zweiten Führung am Samstag, 23. April, ebenfalls ab 14 Uhr, geht es darum, wie sich die Stadtgeschichte im Laufe der Zeit verändert hat.

Tanz-Installation

Neun Tänzerinnen in neun Quadraten auf neun Quadratmetern: Das ist „Dis-Tanz 9.0“. Die Pandemie hat Choreografin Judith Kara und ihr Tanz-Ensemble „art la danse“ vor ganz neue Herausforderungen gestellt, zum Beispiel Tanzen mit Abstand. Enstanden ist eine Tanz-Performance, die mit genau diesen Grenzen und Brüchen spielt, sie nutzt und flexibel verschiebt.

Als Film aufgezeichnet soll das Ganze am Samstag, 23. April, auf drei Leinwänden in der Kirche gezeigt werden. Der Film startet jeweils um 16, 16.45 und 17.30 Uhr neu, soll aber als Endlosschleife laufen, sodass das Publikum kommen und gehen kann, wann es will, so Kara.

Ergänzt werden die Stimmungen durch die Theatermacher „Stille Hunde“, die in neun Fragmenten verschiedener Texte, unter anderem von Franz Kafka, Bezug auf das Tanzstück nehmen. „Wir haben Bruchstücke aus der Literatur herausgerissen“, sagt Stefan Dehler von den „Stillen Hunden“. Durch das Zusammenfügen soll etwas Neues und Schönes entstehen – wie bei „Kintsugi“.

Liederabend

Der Liederabend von Clemens C. Löschmann (Tenor) und Bernd Eberhardt (Klavier) zu Johannes Brahms’ Vertonung der Romanze „Die schöne Magelone“ am Samstag, 7. Mai, ab 18 Uhr, hat inhaltlich nicht viel mit Brüchen zu tun. Durch die „gebrochenen Dreiklänge“, wie Eberhardt sagt, finden sich die Aufbrüche aber akustisch wieder.

Die renovierte Kirche

Als Ort des Geschehens dient die frisch renovierte St. Johanniskirche. Mit neuer Licht- und Tontechnik, die „Lust macht, etwas zu machen“, wie Eberhardt sagt, und neuen Möglichkeiten zur Bestuhlung soll sie nun neben einem geistlichen auch ein kultureller Ort sein.

Weitere Informationen unter johannis-goettingen.wir-e.de/termine. (Lea-Sophie Mollus)

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