Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Hausmeister von Studentenverbindung

Symbolfoto: dpa

Göttingen. Der Prozess gegen einen 26-jährigen Göttinger Verbindungsstudenten, der einen Studenten vom Fahrrad geschubst haben soll, hat ein juristisches Nachspiel zur Folge.

Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat gegen den Hausmeister des Verbindungshauses ein Verfahren wegen des Verdachts der falschen uneidlichen Aussage eingeleitet. Der Hausmeister hatte nach dem Vorfall im Juli vergangenen Jahres gegenüber der Polizei diverse Angaben zum Geschehen gemacht. Als er kürzlich in dem Prozess vor dem Amtsgericht Göttingen als Zeuge aussagen sollte, behauptete er plötzlich, nichts gesehen zu haben. Nach seiner Vernehmung verließ er grienend den Saal.

Am Ende des Prozesses verurteilte das Gericht den Burschenschafter wegen Körperverletzung und Nötigung zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je 20 Euro (insgesamt 1000 Euro). Der Richter sah es aufgrund der Aussagen anderer Zeugen als erwiesen an, dass der Angeklagte vor dem Haus seiner damaligen Studentenverbindung ein Mitglied der in der linken Szene angesiedelten Wohnrauminitiative vom Fahrrad geschubst hatte. Der Radfahrer erlitt bei dem Sturz unter anderem einen Kreuzband- und einen Meniskusriss und einen Knorpelschaden.

In seiner Urteilsbegründung kritisierte der Richter ausdrücklich das Verhalten des Hausmeisters. Dass dieser keine Angaben gemacht habe, sei eine „reine Unverschämtheit“ gewesen. Wer als Zeuge vor Gericht falsch aussagt, muss bei einer Verurteilung mit mindestens drei Monaten Freiheitsstrafe rechnen.

Der Verbindungsstudent hat inzwischen gegen das Urteil Berufung eingelegt. Somit wird sich demnächst das Landgericht Göttingen mit dem Fall beschäftigen.

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.