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Stadt Göttingen muss die Säge an 107 Bäumen ansetzen

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Von: Bernd Schlegel

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Diese Birke an der Godehardstraße soll gefällt werden: Eine entsprechende Markierung ist am Stamm zu finden.
Diese Birke an der Godehardstraße soll gefällt werden: Eine entsprechende Markierung ist am Stamm zu finden. © Bernd Schlegel

Mehr als 100 Bäume in Göttingen müssen gefällt werden, so Experten. Das ist das Ergebnis der aktuellen Baumschau in der Uni-Stadt.

Göttingen – Nach einer Baumkontrolle steht fest: 107 Laubbäume der etwa 50.000 im Göttinger Kataster aufgeführten Bäume auf öffentlichen Flächen müssen gefällt werden. Bei einigen Exemplare wurde inzwischen bereits die Säge angesetzt.

Die wesentlichen Gründe für die Fällungen von Bäumen sind die Folgen der Trockenheit aufgrund des Klimawandels sowie Pilzbefall, so die Verwaltung. Die deutlichsten Schäden stellten die Experten bei „Birkengewächsen“ fest, also bei Birken beziehungsweise Hainbuchen.

Stadt plant Nachpflanzungen von Bäumen

Als Ausgleich werden Laubbäume in gleicher Anzahl im Stadtgebiet nachgepflanzt – nach Möglichkeit in der Nähe der vorangegangenen Baumfällungen. Dabei werden im städtischen Bereich bewusst Arten verwendet, die dem Klimawandel trotzen können. Zudem ist an 30 Standorten ein Pilotprojekt mit Feuchtigkeitssensoren zur gezielten Pflege der jungen Bäume beim Anwuchs in Planung.

Für die Überprüfung der Bäume ab einem Stammdurchmesser von etwa 30 Zentimetern ist der städtische Fachbereich Stadtgrün und Umwelt zusammen mit dem Arbeitskreis Baumschutz der Kreisgruppe Göttingen des Bundes für Umwelt und Naturschutz zuständig. Dabei werden die Baumschäden diskutiert und die betroffenen Bäume begutachtet.

Interaktiver Stadtplan abrufbar

Als besonderer Service für Interessierte sind die Standorte aller Laubbäume, die gefällt werden müssen, in einem interaktiven Stadtplan zu finden, der auch über das Smartphone abgerufen werden kann. Neben einem Foto des Baumes gibt es dort auch alle wichtigen Angaben, also zu Baumart, Stammdurchmesser, Standort und zum Grund der Fällung.

Die Stadt Göttingen überprüft regelmäßig alle im Kataster erfassten Bäumen auf den Grün- und Freianlagen, an Gewässern sowie an den Straßen im Stadtgebiet. Die Abstände richten sich dabei nach dem Alter und Zustand der Bäume. Außerdem spielt das Thema Sicherheit eine große Rolle. So kann es erforderlich sein, Bäume mit entsprechenden Vorschäden halbjährlich zu kontrollieren, andere hingegen lediglich alle drei Jahre.

Zertifizierte Baumkontrolleure sind unterwegs

Für die Überprüfung sind ganzjährig „zertifizierte Baumkontrolleure“ unterwegs. Dabei wird der Baum vor Ort in Augenschein genommen und durch eine Klopfprobe auf Defekte im Wurzel-, Stamm- oder Kronenbereich überprüft.

Sollte die visuelle Kontrolle keine eindeutige Beurteilung zulassen, so werden die Bäume von speziell geschulten Mitarbeitern nochmals überprüft. Dort werden unter Leitung des Fachdienstes Grünflächen die weiteren Schritte festgelegt. Dazu gehören laut Verwaltung der Schnitt des Baumes, der Einbau von Kronensicherungssystemen oder in letzten Konsequenz auch Fällungen sein. Unter Umständen wird als dritte Prüfstufe ein öffentlich bestellter Sachverständiger eingeschaltet.

Abschließende Diskussion über Fällungen von Bäumen

Nach Abschluss dieses Verfahrens werden die geplanten Fällungen dem Arbeitskreis Baumschutz der Kreisgruppe Göttingen des Bundes für Umwelt und Naturschutz vorgestellt. Dort wird ein weiteres Mal über die Notwendigkeit einer Baumfällung im Einzelfall diskutiert.

Weitere Informationen gibt es hier. (Bernd Schlegel)

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