Die Uni-Stadt und ihr Toiletten-Problem

Stadt Göttingen will neue stille Örtchen kaufen

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Das stille Örtchen an der Weender Straße/Ecke Untere Karspüle: Es soll durch ein neues Häuschen ersetzt werden.

Göttingen. Über ganz menschliche Bedürfnisse wird im Neuen Rathaus in Göttingen diskutiert. In den kommenden Monaten sollen gleich mehrere neue Toilettenhäuschen gekauft werden.

Der bisherige Betreiber will sich 2019 aus der Uni-Stadt zurückziehen. Die Zukunft der „Örtchen“ ist daher unklar.

Die Stadt überlegt nun, für die fünf automatische Anlagen etwa 600 000 Euro auszugegeben. Hinzu kommen laut Verwaltung jährliche Unterhaltungskosten von etwa 50 000 Euro.

Bislang unterhält der Anbieter „Wall AG“ fünf automatische Toiletten in der Innenstadt sowie am Bahnhof. Am liebsten hätte die Stadt alle Häuschen angekauft, aber daraus wird nichts werden. Bis auf die Anlage am Bahnhof werden alle abgebaut. Nur diese kann die Stadt voraussichtlich übernehmen. Der Rest muss neu gekauft werden.

Blick in die automatische Anlage: Im Spiegel neben dem Waschtisch ist die Toilettensitz zu erkennen.

Künftig sollen an folgenden Punkten in der Innenstadt automatische Toiletten-Häuschen zur Verfügung stehen:

  • Busbahnhof am Bahnhof (am Fernbussteig)
  • Kurze Straße/Ecke Turmstraße
  • Friedrichstraße/Ecke Obere Karspüle
  • Weender Straße/Ecke Untere Karspüle

Zudem bleibt die Behinderten-Toilette hinter dem Alten Rathaus erhalten. Zusätzlich wird die Errichtung einer behindertengerechten und automatischen Toilettenanlage an der Johanniskirche geprüft. Der Grund: Ende vergangenen Jahres musste die Toilettenanlage hinter dem alten Rathaus geschlossen. Die Einrichtung weist laut Verwaltung einen hohen Sanierungsbedarf auf und kann im derzeitigen Zustand nicht betrieben werden. Außerdem steht kein Pächter zur Verfügung.

Ein weiterer Prüfauftrag besteht für eine neue behindertengerechte WC-Anlage im Bereich Albaniplatz/Cheltenhampark. Dieses Thema soll allerdings mit der künftigen Neugestaltung des Platzes verknüpft werden.

Eine neue automatische Toilette soll zudem im Bereich des Kiessees im Göttinger Süden errichtet werden. Außerdem soll die Saisontoilettenanlage an den Schillerwiesen bleiben. Der bestehende Toiletten-Standort Groner-Tor-Straße wird voraussichtlich wegfallen, da er in der Nähe des Busbahnhofs zu finden ist.

Vor der Entscheidung hatte die Stadtverwaltung überprüft, wie oft die automatischen Anlagen genutzt werden. Ergebnis: Fast 25.000 Mal, etwa 70 Mal am Tag, öffneten sich innerhalb eines Jahres die Türen aller WC's. Spitzenreiter war die Toilette am Zentralen Omnibusbahnhof – mit etwa 20 täglichen Nutzern.

Automatische Reinigung nach der Nutzung

Die automatischen Toiletten werden nach jeder Nutzung gereinigt. Das gilt sowohl für den Toilettensitz sowie für den Boden der Anlage. Außerdem sollen die Häuschen weiterhin gebührenpflichtig sein. Behinderte sollen mit einem speziellen Schlüssel kostenlosen Zugang erhalten. Aus Sicht der Stadt Göttingen sind die Toiletten unter anderem für die vielen Touristen wichtig, die die Uni-Stadt besuchen.

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