Noch kein Votum im Ausschuss

Stadthalle Göttingen: Entscheidung über Sanierung im Mai

Wie geht es mit der Stadthalle Göttingen weiter? Darüber soll nun im Mai im Göttinger Stadtrat entschieden werden. Luftbild: Stefan Rampfel/nh

Göttingen – Ob und wie es mit der Sanierung der Stadthalle weitergeht oder ob es einen Anbau an die Lokhalle geben soll: Darüber will der Göttinger Rat voraussichtlich in seiner Sitzung am 17. Mai entscheiden.

Das war nach mehrstündiger und gemeinsamer Sitzung von Bau- und Kulturausschuss im Ratssaal klar. Zu einer Entscheidung, welcher Variante der Vorzug gegeben werden könnte, konnten sich die Ausschussmitglieder trotz intensiver Diskussion nicht durchringen.

Viele Fragen

Stattdessen soll die Verwaltung in den nächsten Tagen noch eine Reihe von Fragen beantworten. Grund für die erneute Diskussion ist der starke Anstieg der Kosten für der Stadthallensanierung von 19,5 auf 29,5 Millionen Euro. Daraufhin hatten mehrere Fraktionen im Februar einen Stopp der Bauarbeiten an der Stadthalle und eine Neuberatung durchgesetzt.

Mehrere Szenarien

Die Verwaltung hatte nach dem Vorstoß von CDU, Grünen und FDP, als Alternative einen Anbau an die Lokhalle zu realisieren, ausführlich verschiedene Szenarien durchgespielt.

Günstigste Lösung

Tenor: Die Sanierung der Lokhalle ist mit einer Investitionssumme 29,5 Millionen Euro und einer jährlichen Belastung von 850 000 Euro für den städtischen Haushalt die finanziell günstigste Lösung. Bei einem Anbau an die Lokhalle kommt die Verwaltung inklusive aller Zusatz-Kosten auf ein Investitionsvolumen von 51,5 Millionen Euro, was einer jährlichen Belastung von 1,73 Millionen Euro für den Etat entspricht. Noch teurer wird laut Stadtverwaltung ein kompletter Stadthallen-Neubau.

Altlasten im Boden

Außerdem rät die Verwaltung von dem Anbau mit Blick auf bestehende Altlasten im Boden im Bereich der Lokhalle ab: Auf dem Gelände gibt es vier Brunnen. Das dort geförderte Wasser, das vor der Einleitung in die Leine gereinigt wird, kommt regelmäßig ins Labor.

Hohe Belastung

Regelmäßiges Ergebnis: Die Belastung mit gefährlichen Stoffen ist hoch. Die Kosten für die Reinigung des Wassers trägt die Bahn als ursprünglicher Verursacher. Sollte dort gebaut werden, so hat die Verwaltung die Befürchtung, dass die Stadt möglicherweise auf den Kosten sitzen bleibt. Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) und Stadtbaurat Thomas Dienberg sprachen von unkalkulierbaren Risiken.

Einsparungen

Bei der voraussichtlich endgültigen Entscheidung im Mai im Rat spielen die Grünen mit ihren Stimmen im Rat die entscheidende Rolle. Aus Sicht von Fraktionschef Rolf Becker muss wegen der Kostenexplosion bei der Sanierung an anderer Stelle des Projekts gespart werden. Er fordert die Streichung des Baus einer Tiefgarage unter dem Albani-Platz.

Verkehrskonzept

SPD-Fraktionschef Tom Wedrins kam Becker in einer Erwiderung bereits entgegen: Man könne ja über ein völlig neues Verkehrskonzept für die sanierte Stadthalle nachdenken.

Thema Ausschreibung

CDU-Fraktionschef Olaf Feuerstein will nun die rechtliche Frage beantworten lassen, ob die Planungen für einen möglichen Anbau an die Lokhalle neu ausgeschrieben werden müssen oder nicht. Er vertrat die Meinung, dass ein Folgeauftrag für einen Berliner Architekturbüro, der einen Anbau an die Lokhalle vorgeplant hatte, genügt.

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