Stadthalle Göttingen: Generalüberholung kostet 20 Millionen Euro

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Stadthalle Göttingen am Albaniplatz: Der im Volksmund ob seiner bunten, extra gefertigten Kacheln auch „Kachelofen“ genannte Bau ist marode inklusive der Technik. Eine Sanierung kostet etwa 20 Millionen Euro. Der Rat muss darüber entscheiden.

Göttingen. Die im Volksmund auch „Kachelofen“genannte Stadthalle wird für knapp 20 Millionen Euro grundsaniert, wenn der Stadtrat dem Plan zustimmt.

Jetzt, nach der Schaden-Diagnose, stehen auch die Sanierungskosten fest: Laut Planungskonzept des Architekturbüros Wagener soll die Göttinger Stadthalle am Albaniplatz knapp 20 Millionen Euro kosten. Dafür würde die Halle praktisch entkernt und neu aufgebaut. Ein zunächst vorgesehener neuer Anbau, den die Stadtverwaltung nun aber für verzichtbar hält, würde noch einmal zehn Millionen Euro kosten. Mit diesem käme man fast in den Kostenbereich für einen kompletten Neubau, den die Planer mit etwa 40 bis 45 Millionen Euro veranschlagen würden. Zu viel.

Grundlage für die im Bauausschuss vorgelegte Berechnung ist ein Konzept mit mehr als 400 Einzelposten an dem zehn Firmen beteiligt waren.

Für die Zeit der Bauarbeiten, etwa 22 bis 24 Monate, müsste die Halle gesperrt werden. Sie wäre zwei Jahre für Veranstaltungen nicht nutzbar. Das reißt eine Lücke ins Göttinger Verantaltungskozept, denn die Stadthalle wird von 270 möglichen Tagen, etwa 180 pro Jahr genutzt. Etwa 130 Veranstaltungen laufen pro Jahr, darunter Unterhaltung, Tagungen, Symphonie-Orchester, Händel-Festspiele, Tanzen und Abi-Bälle.

Eine Sanierung bei laufendem Betrieb ist aufgrund der umfangreichen Arbeiten in vielen Bereichen unmöglich, denn Schäden und Mängel – so an der Heizungsanlage – gibt es fast überall, auch auf dem Dachboden und in der gesamten Technik. Zudem müssen Brandschutzauflagen erfüllt werden – damit ein sicherer Betrieb in Zukunft möglich ist. Gute Nachricht: Der Beton der Halle ist laut Gutachter in Ordnung.

Die extra für den Bau gebrannten blauen, lilafarbenen, roten und schwarzen Kacheln der Außenfassade müssen für die Sanierungsarbeiten abgenommen werden. Dabei dürften einige kaputtgehen, wie die Planer sagten.

Das Geld soll aus mehreren Töpfen kommen, knapp fünf Millionen als Zuschuss vom Bund, knapp neun Millionen Euro aus dem Stadtsäckel und der Rest, etwa sechs Millionen Euro, müssten per Kredit aufgenommen werden.

Die Stadthalle soll – oder besser muss - bis zum 100-Jährigen der Händel-Festspiele 2020 wieder bespielbar sein. Bis dahin müssen Veranstaltungen in andere Spielstätten ausweichen – auch das Göttinger Symphonie-Orchester.

Probleme wird es auch für das mittlerweile extrem gefragte und für die Stadt ausgesprochen werbeträchtige NDR-2-Soundcheck-Festival geben – das die Stadthalle stets als eine von vier Spielstätten in der Stadt genutzt hat. Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler sagte bereits vor einiger Zeit dazu: Man werde nach einer Lösung suchen und diese finden.

Von Thomas Kopietz

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