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Freier Blick auf blaue Kacheln: Gestaltung der Stadthalle Göttingen

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Von: Thomas Kopietz, Michael Caspar

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So soll der Außenbereich der Stadthalle Göttingen einmal gestaltet werden.
Stadthalle: So soll der Außenbereich einmal gestaltet werden. Mehr Grün, ein offener Blick auf die Kacheln und alles einladender für Besucher. © Stadt Göttingen

Mit Grünflächen und Open-Air-Bühne soll der Außenbereich der Stadthalle Göttingen einladend gestaltet werden. Zwei Millionen Euro soll das Projekt kosten.

Göttingen – Da Baumaterial wie Stahl teilweise rar ist und generelle Lieferketten aufgrund von Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg gestört sind, führt zu noch einmal 6,9 Millionen Euro Mehrkosten für die Sanierung der Stadthalle Göttingen und möglicherweise zu einer erneut späteren Fertigstellung.

Das könnte auch für die Neugestaltung der Außenflächen zutreffen, für die Rat in seiner jüngsten Sitzung Grünes Licht gegeben hat. Etwas größere Bäume, weit mehr überdachte Fahrradständer und eine Hand voll Behindertenparkplätze. So soll das Umfeld der Stadthalle aussehen, wenn Baumaterial und -container einmal weg sind.

Stadthalle Göttingen: Einladende Gestaltung mit blauen Kacheln, Grünflächen und Open-Air-Bühne

So stimmte das Haushaltsbündnis von SPD, CDU und FDP dem leicht veränderten Entwurf des Dresdener Büros Rehwaldt Landschaftsarchitekten bei fünf Gegenstimmen und Enthaltung der Grünen zu. Der Rat stellte die für die Planung benötigten 1,2 Millionen Euro zur Verfügung.

Das war der Opposition im Rat der Stadt aber nicht genug. So hatte sich die städtische Naturschutzbeauftragte, Britta Walbrun, im Vorfeld für großkronige Bäume stark gemacht. Das soll verhindern, dass sich der Platz vor der Halle im Sommer zu sehr aufheizt.

Auch mit einer Überdachung aller 208 Radstellplätze konnte sich die Opposition nicht durchsetzen. Immerhin werden nun einige Dutzend Räder vor Regen und Schnee geschützt. Fotovoltaik-Anlagen auf der Überdachung lehnte die Verwaltung ebenfalls ab, weil Bäume die Anlagen verschatten würden.

Gestaltung des Außenbereichs der Stadthalle Göttingen soll circa zwei Millionen Euro kosten

Die vom Bauausschuss angeregten zusätzlichen Behindertenparkplätze sollen nicht unmittelbar vor der Halle, sondern auf dem Albaniplatz entstehen. „Rollstuhlfahrer, die barrierefrei die Straße queren wollen, müssen damit einen Umweg bis zur Herzberger Straße machen“, kritisierte Francesco Welter-Schultes (Piraten).

Eine Absenkung des drei Zentimeter hohen Bordsteins vor der Stadthalle ist aus Sicht der Verwaltung nicht möglich. Der Bordstein, so die Begründung, leite Regenwasser zum nächsten Gully.

Im vierten Quartal 2022 und ersten Quartal 2023 soll mit dem Bau an den Freiflächen begonnen werden. Folglich hofft man aufseiten der Stadt auch auf einen milden Winter, wie Oberbürgermeisterin Petra Broistedt kürzlich sagte. „Kommt ein harter Winter, wird der Zeitplan nicht zu halten sein.“

Klima und Nachhaltigkeit im Fokus: Verwendung von Regenwasser und Pflanzen

Insgesamt soll der Platz vor der Stadthalle – dazu gehört nicht der als Autoparkfläche dienende Albaniplatz – „offener, nachhaltiger und moderner“ werden. Verschwinden wird die Pergola vor dem Halleneingang auf dem Vorplatz. Das gibt laut Verwaltung „später den Blick auf die Kachelfassade des Gebäudes frei“.

„Kommt ein harter Winter, wird der Zeitplan nicht zu halten sein.“

Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt (SPD)

Grundsätzlich sollen die Oberflächen weniger versiegelt werden. Auch Regenwasser soll direkt genutzt werden: Es wird vom Dach der Stadthalle in eine Zisterne geleitet und für die Bewässerung der Pflanzen im Stadthallenumfeld genutzt. Sämtliche Bestandsbäume werden in die neue Gestaltung integriert, wie es heißt.

Grünflächen dienen auch Klimaanpassung und sollen Hitzestau vorbeugen

Die Grünflächen auf dem Vorplatz führen die Besucher in Richtung Haupteingang. Neben dem gestalterischen Aspekt dienen die Grünflächen vor allem der Klimaanpassung, beugen sie einem Hitzestau am Vorplatz vor. Die Pflanzen kühlen insbesondere im Sommer die Umgebungstemperatur und erhöhen die Luftfeuchtigkeit, heißt es. Und gut aussehen sollen sie auch noch.

Denn das Ambiente vor der Halle soll, wie zuvor so gar nicht geschehen, zum Verweilen einladen. Barrierefreie Sitzmöglichkeiten, auch mit speziellen mobilen Modulen, innerhalb der Grünflächen sollen zum längeren Aufenthalt animieren. Die über den Platz verlaufende Straße wird schmaler und die Bordkanten auf drei Zentimeter reduziert, sodass die Straße optisch in die Platzfläche integriert wird.

Das Außenareal der Stadthalle Göttingen.
Umbau: Das Außenareal der Stadthalle soll umgestaltet werden, es wird mehr Grün geben. © Thomas Kopietz

Das ermöglicht barrierefreie Übergänge an jeder Stelle. Südlich des Haupteingangs werden Fahnenmasten aufgereiht, entlang der Albanistraße sind abnehmbare Poller vorgesehen. Der Vorplatz der Stadthalle wird künftig auch für kleinere Veranstaltungen genutzt. Auch kann dort eine Bühne postiert werden.

Der Norden wird von den mit der Stadthalle in Verbindung stehenden Logistikflächen bestimmt, die durch einen breiten Grünstreifen vom Stadtplatz abgetrennt werden. Von der Herzberger Landstraße wird eine neue Zufahrt hergestellt, die für Sattelzüge und Nightliner ausgelegt wird. Die Zufahrt soll mit zwei Schrankenanlagen geregelt werden. (Thomas Kopietz/Michael Caspar)

Laut den Grünen trägt die Bauverwaltung eine Mitschuld an der Kostenexplosion der Stadthalle Göttingen. Die CDU fordert nun ein Kontrollorgan für Bauprojekte in der Uni-Stadt.

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