Yvonne Bangert schenkt Bilder

Städtisches Museum in Göttingen ist um zehn Attraktionen reicher

Yvonne Bangert (links) hatte zu den meisten der von ihr verschenkten Malereien und Zeichnungen bei der offiziellen Übergabe eine interessante Geschichte parat. Museumsleiterin Andrea Rechenberg kam aus dem Staunen kaum heraus.
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Yvonne Bangert (links) hatte zu den meisten der von ihr verschenkten Malereien und Zeichnungen bei der offiziellen Übergabe eine interessante Geschichte parat. Museumsleiterin Andrea Rechenberg kam aus dem Staunen kaum heraus.

Das Städtische Museum Göttingen ist um einige Attraktionen reicher. Aus dem Privatbesitz von Yvonne Bangert bekam das Museum jetzt zehn Bilder geschenkt, die von renommierten Göttinger Künstlern gemalt oder gezeichnet wurden.

Göttingen – „Ich befinde mich mitten in einem Umzug und muss mich von einigen Dingen trennen“, sagte Yvonne Bangert bei der offiziellen Übergabe der Kunstwerke. Natürlich habe sie gewollt, dass die Bilder, die sie abgeben wollte, im sowohl im Sinne ihrer Eltern, die sie einst gekauft hatten oder anfertigen ließen, als auch im Sinne der Künstler in gute Hände kommen. „Da es sich dabei um Bilder von einer Göttinger Malerin und drei Göttinger Malern handelt, ist für mich das Städtische Museum genau der richtige Ort zur Aufbewahrung und zum Erhalt der Grafiken und Bilder“, so Bangert.

Dieses Ölgemälde von William Schöpp zeigt vier ehemalige Göttinger Ratsmitglieder als Kasperfiguren.

Die Werke stammen von William Schöpp, Inge Müller-Matthies, Heinz Müller-Jung und Gottfried Stein. „Weil unsere Kapazitäten sowohl zum Ausstellen als auch zur Aufbewahrung von Kunstwerken begrenzt sind, überlegen wir immer sehrt gut, was wir aufnehmen und was nicht“, sagte Museumsleiterin Andrea Rechenberg. Deshalb sei man auf das Angebot von Yvonne Bangert hin auch zunächst etwas zurückhaltend gewesen. „Bei einem Besuch bei ihr zuhause haben wir dann aber festgestellt, dass es sehr besondere Bilder sind“, so Rechenberg. „Herausragend ist sicher das Selbstbildnis von William Schöpp, der in unserem Museum bislang noch gar nicht vertreten war.“ Schöpp hatte 1966 unter anderem Ölbilder von Max Born und Otto Hahn sowie 1969 von Richard Courant angefertigt, die schon viele Jahrzehnte im Ratssaal im Neuen Rathauses hängen. Sich selbst hatte er 1973 und damit zwei Jahre vor seinem Tod portraitiert. Zwei weitere Werke Schöpps, die zu der Schenkung zählen, zeigen eine etwas düster dreiblickende Frau sowie vier ehemalige Göttinger Ratsmitglieder als Kasperfiguren.

„Besonders freuen wir uns auch über ein Aquarell von Inge Müller-Matthies, die bislang ebenfalls nicht in unserem Museum vertreten war“, sagte Andrea Rechenberg. „Damit können wir eine weitere Lücke schließen.“ Bereits im Vorfeld der offiziellen Übergabe hatte Göttingens Kulturdezernentin Petra Broistedt die Bedeutung solcher Schenkungen für das Städtische Museum betont: „Mehr als die Hälfte aller Objekte, die seit der Gründung vor 138 Jahren ins Museum gekommen sind, waren Schenkungen von Göttinger Bürgern und Bürgerinnen“, sagte sie. „Und wir danken Frau Bangert, dass sie diese Tradition nun fortsetzt.“  per

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