Musikalischen Nerv getroffen

Standing Ovations für Musikshow „Personal Jesus“ im Jungen Theater in Göttingen

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Rasante Auftritte: Andreas Krüger (von links), Jacqueline Sophie Mendel, Karsten Zinser, Katharina Brehl und Jan Reinartz.

Göttingen – Wer kennt sie heute noch – die Musikkassette? Jan Reinartz hatte eine dabei, als er die Show „Personal Jesus“ im Jungen Theater (JT) Göttingen eröffnete. Musik aus den 1980-Jahren brachte er auf dem Tonträger mit. Mit „Psycho Killer“ eröffnet er den Abend.

Sofort ist klar: Die Zuschauer kennen’s. Viele, die die Talking Heads mit diesem Song damals erlebten, lassen sich in ihre Jugend fallen. Und sie werden nicht enttäuscht. Mit den Hits von damals geht es für zwei Stunden weiter.

Auch die dritte Musikshow unter der musikalischen Leitung von Fred Kerkmann und Regisseur Tobias Sosinka zeigte sich als Erfolg. Die Musikshow mit Hits aus den 80ern begeisterte das Publikum. Am Schluss hielt es fast keinen mehr auf den Stühlen. Was vor vier Jahren mit „Tausendmal berührt!“ begann und 2018 mit „Satisfaction“ noch erfolgreicher fortgesetzt wurde, erreichte mit dieser Premiere einen weiteren Höhepunkt.

Mit der Live-Band im Hintergrund, einem schräg über die Bühne geführten Laufsteg und (manchmal zu viel) Nebel hat Ausstatterin Hannah Landes ideale Auftritts- und Spielmöglichkeiten für die Akteure Katharina Brehl, Jacqueline Sophie Mendel, Andreas Krüger, Jan Reinartz und Karsten Zinser geschaffen. Oft sind bei den ersten Takten eines Songs die ersten begeisterten Rufe zu hören.

Die Schauspieler – oder besser Sänger – verwandeln sich nicht allein mit den zahllosen Kostümen, die sie durch den Abend tragen. Spaß machen Ideen, wie der Percussion-Ball, mit dem einer der Stars die anderen animiert, den Rhythmus einer Nummer mitzuschlagen, die Gießkanne als Dusche und das nasse T-Shirt, das Karsten Zinser wie die ganz Großen für seine Fans – fast – ins Publikum wirft. Man kann sich die vollen Garderobenstangen und die unzähligen, teils rasanten Umzüge abseits der Bühne vorstellen.

Großartig ist die gesangliche Leistung der fünf Schauspieler, besonders bei Katharina Brehls begleitet von teils wilder Artistik. Da hat die neue Sängerin der Band, Ariane Mihm, als Gesangscoach ganze Arbeit geleistet. Etwas schade, aber nur allzu verständlich: Der klangliche Charakter der Originalstars wie Madonna, Freddie Mercury, Abba oder David Bowie, um nur einige aus dem großen Pool zu nennen, kann nur angedeutet werden.

Der Premieren-Stimmung tat das keinen Abbruch. Ein Vorschlag aus den Zuschauerreihen: Die Stühle sollten abgebaut werden. So hätten die Fans mehr Raum zum Tanzen. Das Publikum im ausverkauften JT zeigte sich total begeistert und applaudierte lange mit Standing Ovations. Erst nach Zugaben entließen die Fans ihre Stars zur wohlverdienten Premierenfeier.

Wieder am 26.1. sowie am 1., 9. und 23.2. Karten: Tel. 05 51/49 50 15, www.junges-theater.de

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