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„Starkes Signal“ an Junges Theater Göttingen

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Von: Michael Caspar

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Soll nun „zügig“ saniert werden: Das Ottfried-Müller-Haus, Stammhaus des Jungen Theater, am Göttinger Wochenmarkt.
Soll nun „zügig“ saniert werden: Das Ottfried-Müller-Haus, Stammhaus des Jungen Theater, am Göttinger Wochenmarkt. © Michael Caspar

Laut Bauausschuss soll der städtischer Wohnungsbau die Sanierung des Otfried-Müller-Hauses übernehmen. Das Junge Theater sollte dort schnellstmöglich raus.

Göttingen – „Zügig angehen“ soll die Göttinger Stadtverwaltung die Sanierung des Otfried-Müller-Hauses. Das hat der Aussschuss für Bauen, Planung und Grundstücke parteiübergreifend gefordert.

Von „einem starken Signal“ an das Junge Theater (JT) sprach der Ausschussvorsitzende, Dr. Ehsan Kangarani (CDU). Wenn die Kultureinrichtung nicht bald in ihr Stammhaus zurückkehre, sei nicht nur ihre Arbeit gefährdet, sondern auch „ihre Existenz“, hatte JT-Geschäftsführer Tobias Sosinka zu Beginn der Aussprache dem Ausschuss unmissverständlich klar gemacht.

Eigene Mitarbeiter für das Vorhaben einstellen

Einstimmig beschlossen die Kommunalpolitiker, dass die Sanierung des Hauses am Wochenmarkt auf Grundlage der – von der Verwaltung bevorzugten – Planungsvariante vier erfolgen soll. Nur sie entspreche „annähernd“ den JT-Anforderungen, betonte Geschäftsführer Sosinka,

Die Sanierung wird von der Städtischen Wohnungsbau in Angriff genommen, kündigte Baudezernentin Claudia Baumgartner an. Das Tochterunternehmen der Stadt werde für das Vorhaben eigens Mitarbeitende einstellen und fände diese leichter auf dem Arbeitsmarkt als die Stadt, weil sie bessere Gehälter zahle.

Eventuell übernehme die Wohnungsbau auch die Immobilie von der Stadt. Das werde mit dem Bund geklärt, der das Projekt mit drei Millionen Euro Fördergeldern unterstützen will.

Eventuell weniger Platz für das Junge Theater

Auf Antrag des Haushaltsbündnisses von SPD, CDU und FDP soll geprüft werden, ob sich der Raumbedarf des Jungen Theaters verringern lässt. So könnte im Spiegelsaal des Otfried-Müller-Hauses, der für die Theaterpädagogik vorgesehen ist, auch die Probebühne aufgebaut werden. Für sie ist nach der derzeitigen Planung sonst kein Platz im Gebäude.

Das Theater, so Geschäftsführer Sosinka, habe einen Raumbedarf von 2250 Quadratmetern. Am Wochenmarkt ständen aber nur 2050 Quadratmeter zur Verfügung. Damit sei klar, dass die Kultureinrichtung auch nach der Rückkehr ins Gebäude weiter Flächen in der ehemaligen Voigt-Realschule nutzen müsse. Dorthin hat die Stadt das Theater bereits 2019, zusammen mit dem Kommunikations- und Aktionszentrum (KAZ), ausgelagert.

Das Areal sei einmal „das kulturelle Herz“ der Stadt gewesen

Das KAZ wird auf eigenen Wunsch auch künftig in der ehemaligen Schule an der Bürgerstraße bleiben. Auf Antrag der Haushaltsbündnisses soll geprüft werden, ob sich dort nach dem Auszug des JT eine Kindertagesstäte einrichten lässt. Die Räume könnten als Ausweichquartier für Schulklassen dienen, deren Gebäude saniert wird.

Sylvia Binkenstein (SPD) regte an, dass das JT in Zukunft sein Haus anderen Kulturgruppen als offene Bühne zur Verfügung stellt. Das würde den Wochenmarkt beleben. Die „tote Asphaltwüste“ (Binkenstein) werde in diesem Jahr umgestaltet. Das Areal, so die Politikerin, sei einmal „das kulturelle Herz“ der Stadt gewesen. Dort habe am Wochenende „der Bär gesteppt“. Daran gelte es anzuknüpfen. (Michael Caspar)

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