Zweckoptimismus bei Sozialdemokraten

Start in den Wahlkampf: SPD will Punktesiege mit Inhalten

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Die Wahl ist noch völlig offen: Fraktionschef Thomas Oppermann und Familienministerin Katarina Barley beim Wahlkampfauftakt der Sozialdemokraten in Göttingen.

Göttingen. Für die SPD im Landkreis Göttingen hat jetzt am Kiessee offiziell der Wahlkampf begonnen - mit Mitgliedern und geladenen Gästen.

Im Heim des Turn- und Wassersportvereins Göttingen von 1861 startete am Mittwoch die Göttinger Kreis-SPD in die heiße Wahlkampfphase. Im Lager der Sozialdemokraten herrscht Zweckoptimismus.

Kaum beachtet sitzt ein junger Mann am Büchertisch der Sozialdemokraten. In seine Kasse braucht er nur selten zu greifen. Stattdessen warten ein Buch über Willy Brandt für 15 Euro oder die CD „Völker hört die Signale“ für 15,90 Euro auf Käufer.

Die Signale setzt an diesem Abend SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Oppermann: Er verspricht einen spannenden Wahlkampf. Und: „Sieben Wochen vor der Wahl ist noch nichts entschieden“, schärft er den Genossen, wie er die versammelten Mitglieder und geladenen Gäste anredet, ein und schiebt gleich aus der jüngsten Vergangenheit hinterher: Zwei Monate vor der Wahl habe niemand den neuen französischen Präsidenten Macron auf dem Zettel gehabt,

Will heißen: Es gibt Hoffnung. Oppermann verschweigt aber, dass SPD-Ministerpräsident Torsten Albig in Schleswig-Holstein nach den Umfragen die Wiederwahl so gut wie sicher hatte und am Ende doch verlor oder die Abwahl von Hannelore Kraft. Er spricht lediglich von schmerzhaften Niederlagen.

Gleichzeitig will Oppermann mit Inhalten punkten und für die Gerechtigkeits-Debatte seiner Partei werben: „Wir können aus einer Position der Stärke die Zukunft dieses Landes neu gestalten.“ Er fordert auch die Entlastung von kleinen und mittleren Einkommen, eine Rente, die den Lebensstandard sichert - alles bekannte Ziele. „Ich glaube, dass wir mit unseren Konzepten angreifen können.“

Die Familienministerin und frühere SPD-Generalsekretärin Katarina Barley aus Rheinland-Pfalz, die als „Freundschaftsdienst“ für Thomas Oppermann in Göttingen ist, reklamiert fast alle Entscheidungen der vergangenen Jahre für die Sozialdemokraten und erinnert gleichzeitig an den SPD-Erfolg bei der Landtagswahl an Mosel und Rhein: Mindestlohn, die Rente mit 63, das Elterngeld, Reformen bei der Pflege und vieles weitere mehr. „Auf all dem, was umgesetzt wurde, steht SPD drauf“, ruft sie den Anwesenden zu.

Rückenwind für die letzten Wahlkampfwochen erhoffen sich die Sozialdemokraten durch einen Besuch in Göttingen: Martin Schulz könne die Menschen mitreißen, ist sich Oppermann sicher. Der Spitzenkandidat tritt am Mittwoch, 23. August, ab 15.30 Uhr in der Uni-Stadt am Alten Rathaus auf.

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