Unterstützung vom Arbeitsamt

Start ins Berufsleben: Mit Hilfe zum Traumjob

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Berufsvorbereitende Bildung: Auszubildender Osman Demir (rechts) hat seinen Traumjob gefunden. Darüber freuen sich Christiane Nolte von A & A plus und Stefan Lübeck, Ausbildungs- und Werkstattleiter der Göttinger Filiale von „Reifen + Autoservice Ehrhardt“. 

Göttingen. Osman Demir hat sein Ziel erreicht: Er hat seinen Traumberuf gefunden und eine Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker begonnen. Bei der Orientierung halfen zuvor die „Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen“.

Dabei war es für den 19-Jährigen gar nicht leicht, seinen Weg ins Berufsleben zu finden. Den Realschulabschluss hatte er in der Tasche. Unter der Vielfalt ganz unterschiedlicher Berufe allerdings den einen zu finden, auf dem er seine berufliche Zukunft aufbauen wollte, war eine echte Herausforderung für ihn.

Schwierige Frage

Wie der Göttinger stehen viele Schulabgänger vor der Frage, welche Ausbildung zu den eigenen Talenten und Zukunftsplänen passt. Berufswahl ist für viele keine leichte Aufgabe, denn es gibt allein 327 betriebliche Ausbildungen in Deutschland. Hinzu kommen schulische Varianten und duale Studienangebote.

Infos vom Berufsberater

Osman Demir hatte seinen Wunschberuf auch nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr noch nicht gefunden. In einem Gespräch machte ihn sein Berufsberater von der Göttinger Agentur für Arbeit auf die Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (BvB) aufmerksam. Die gibt es in Südniedersachsen an den Standorten Göttingen, Einbeck, Northeim und Osterode. In Göttingen ist dafür der Bildungsträger „Ausbildung und Arbeit Plus GmbH“ verantwortlich.

Gezielte Unterstützung

Jugendliche können bei der BvB mit gezielter Unterstützung verschiedene Berufsfelder kennenlernen. Für die Orientierung stehen zum einen die eigenen Werkstätten des Bildungsträgers zur Verfügung. Zum anderen werden gemeinsam mit den Teilnehmern Praktikumsplätze gesucht, um Berufe und Betriebe in der Praxis zu erkunden. Neben der Orientierung, die am Ende zu einem klaren Berufswunsch führen soll, wird vom Bildungsträger auch Unterstützung bei der Ausbildungsplatzsuche geboten.

Zwei Praktika

Osman Demir nutzte die Möglichkeiten, die sich ihm boten. Christiane Nolte, Bildungsbegleiterin bei A & A, unterstützte den jungen Mann gemeinsam mit ihren Kollegen. So kristallisierte sich zunächst der handwerklich-technische Bereich heraus. Ein Praktikum für den Beruf des Verfahrensmechanikers überzeugte Osman Demir nicht – anders als sein zweites Praktikum, das der junge Mann in der Firma Reifen Ehrhardt absolvierte.

Gute Erfahrungen

Stefan Lübeck, Ausbildungs- und Werkstattleiter in der Göttinger Niederlassung der Firma Ehrhardt Reifen + Autoservice, ist einer von zahlreichen Arbeitgebern, die mit dem Bildungsträger zusammenarbeiten und Praktikumsplätze anbieten. „Für mich ist ein Praktikum das beste Auswahlinstrument. Es zeigt zum einen, welches praktische Potenzial der Bewerber hat. Und darüber hinaus kann man im persönlichen Umgang sehen, ob die Motivation da ist. Außerdem zählt für mich, dass die Chemie stimmt, dass jemand ins Team passt“.

Berufsschule in Northeim

Dass Osman Demir auf ganzer Linie überzeugen konnte, zeigte sich ziemlich bald, denn nach vier Wochen bot ihm Stefan Lübeck einen Ausbildungsvertrag an – und er griff zu.

An vier Tagen die Woche steht er jetzt in der Autowerkstatt, lernt und kann erste neue Kenntnisse bereits selbständig anwenden.

Am fünften Tag geht es in die Berufsschule nach Northeim. Er lächelt und ist mit seiner Entscheidung glücklich.

Agentur für Arbeit finanziert das Angebot und unterstützt die Teilnehmer

Die Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) ist ein Angebot der Agentur für Arbeit. Bildungsträger in Göttingen, Northeim, Einbeck und Osterode sind vor Ort für die Umsetzung verantwortlich.

Die BvB richtet sich zum einen an Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre, die noch nicht wissen, welcher Ausbildungsberuf für sie in Frage kommt. Mögliche Teilnehmer an dem Programm müssen die Schulpflicht erfüllt haben. Außerdem dürfen sie noch keine Ausbildung abgeschlossen haben. Die Unterstützungsmöglichkeiten während der auf maximal ein Jahr angelegten Teilnahme sind vielfältig. Die Kosten für übernimmt die Arbeitsagentur. Darüber hinaus erhält der Jugendliche Fahrkosten und eine Berufsausbildungsbeihilfe. Interessierte können sich vorab mit den Bildungsträgern vor Ort in Verbindung setzen. In Göttingen und Osterode ist die Ausbildung und Arbeit Plus GmbH (A & A) für das Projekt zuständig. In Northeim und Einbeck wird das Programm von der Ländlichen Erwachsenenbildung in Niedersachsen (LEB) angeboten. 

Kontakt: Berufsberatung der Göttinger Agentur für Arbeit, Telefon 0800/4 5555 00 (kostenfrei), E-Mail: goettingen.berufsberatung@arbeitsagentur.de

Bilanz der Berufsberatung: Betriebe melden deutlich mehr offene Ausbildungsplätze

Die Schere geht deutlich auseinander: Die Zahl der jungen Leute, die eine Ausbildung machen wollen, sinkt. Gleichzeitig melden die Betriebe mehr offene Lehrstellen.

Das geht aus der aktuellen Bilanz des Berufsberatungsjahres 2017/18 hervor, die am Dienstag von der Göttinger Agentur für Arbeit für die Landkreise Göttingen und Northeim vorgelegt wurde. Damit gewinnt das Thema Ausbildung für die Zukunft von Unternehmen in der Region immer mehr an Bedeutung. Ein wichtiger Grund für die zurückgehende Zahl von Lehrstellenbewerbern: Immer mehr junge Leute entscheiden sich für ein Studium.

Das schlägt sich auch in den Zahlen nieder. Mit diesmal 2629 Lehrstellenbewerbern sank die Zahl um 148 (minus 5,3 Prozent) im Vergleich zum Beratungsjahr 2016/17. Gleichzeitig stieg die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen um 210 (plus 67,1 Prozent) auf 3163. Damit kamen auf jeden Bewerber statistisch gesehen 1,2 Lehrstellen. Lediglich 126 junge Leute (elf mehr als zuvor) blieben ohne Lehrstelle.

Ein Problem bei den Lehrstellen: Einige Berufe, die viele Nachwuchskräfte benötigen, werden von den Jugendlichen nur wenig nachgefragt. Deshalb blieben am Ende 173 Lehrstellen unbesetzt. Als Antwort auf diese Schwierigkeiten setzt die Agentur für Arbeit auf die Berufsorientierung: „Wir müssen die beruflichen Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten, die sich auf einer fundierten Ausbildung aufbauen lassen, mehr in den Fokus stellen“, sagt Klaus-Dieter Gläser, Chef der Göttinger Agentur für Arbeit.

Bei der Industrie- und Handelskammer wurden 1535 Ausbildungsverträge (minus 27) abgeschlossen. 664 Lehrverträge (minus 63) gab es im Handwerk. „Gerade das Handwerk bietet jungen Menschen vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten mit sehr guten Perspektiven“, warb Jürgen Garms, Geschäftsführer der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen für eine betriebliche Ausbildung.

Luft nach oben gibt es auch bei den jungen Geflüchteten. Im Berufsberatungsjahr 2017/18 schlossen 77 Bewerber aus dieser Gruppe einen Lehrvertrag ab – 30 mehr als in der Periode zuvor.

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