Göttingen: Start unter schweren Bedingungen

Das Programmkino Méliès in Göttingen öffnet am Dienstag

Die Filmplakate hängen als Ankündigung: Das neue Programmkino Méliès an der Bürgerstraße in Göttingen startet den Betrieb.
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Die Filmplakate hängen als Ankündigung: Das neue Programmkino Méliès an der Bürgerstraße in Göttingen startet den Betrieb.

Die Auswirkungen und Reglegungen zur Corona-Pandemie haben auch die lang ersehnten Start des Programmkinos Méliès Anfang April gestoppt. Jetzt geht es dort aber los.

Göttingen – Am Montag wird die ehemalige Baptistenkirche an der Bürgerstraße endlich zum besuchbaren Kino. Allerdings zu Bedingungen, die einen Betrieb finanziell unmöglich machen.

Das berichtete am Donenrstag die Geschäftsführererin des Lumiere-Kinos, das auch das Méliès betreibt, Telke Reeck den Mitgliedern des Vereins Filmkunstfreunde und einem bekannten Besucher, der sich das neue Kino anschaute: Fritz Güntzler.

Der Bundestagsabgeordnete jedenfalls machtee den Méliès-Betreibern ein großes Kompliment: „Ich habe Hochachtung davor, dass sie unter diesen Bedingungen öffnen.

Darum geht es: Das neue Programmkino mit seinen eigentlich 107 Plätzen zu öffnen, täglich zwei Vorstellungen zu bieten. Diese allerdings können aufgrund der Abstandsregeln von lediglich 22 Besucherinnen und Besuchern gesehen werden. „Zu wenige für einen wirtschaftlichen Betrieb, eigentlich könnten wir nicht starten“, sagt Telke Reeck.

Das neue, in Rot- und Grautönen gehaltene Programmkino im Kirchenschiff, das maßgeblich ermöglicht wurde durch den Göttinger Investor Gerhard Rocnik, wird also trotz aller kulturellen Bereicherung für Stadt und Menschen aufgrund der Corona-Einschränkungen rote Zahlen produzieren.

Hoffnung auf Unterstützungen aus Corona-Hilfsprogrammen gibt es kaum, denn die Kombination aus gemeinnützigem Verein mit wirtschaftlichem Betrieb führe laut Telke Reeck dazu, dass man aus vielen Fördertöpfen wieder herausfliegt. Der Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler sagte, dass gerade im Kulturbereich noch konkret mit Unterstützungszahlungen nachgebessert werden soll: „Gerade dort, wo sich Lücken auftun, die aufgrund solcher besonderen Konstellationen entstehen“.

Intensives Gespräch: Méliès-Geschäftsführerin Telke Reeck (links) schildert dem CDU-Bundestagsabgeordneten Fritz Güntzler die Situation.

Auf Nachfrage Güntzlers erklärte Geschäftsführerin Reeck, wie man dennoch aus eigener Kraft und noch mindestens bis zum Jahresende klarkommen will: „Wir haben Rücklagen aus dem Lumiere-Betrieb gebildet, diese werden wir verwenden.“

Für die Zeit danach wollen die Beteiligten und die Filmkunstfreunde, die ein Jahrzehnt lang für das neue, zweite Programmkino in der Stadt gekämpft hatten, dasMéliès auf stärkere Füße stellen.

So könnte der Verein Filmkunstfreunde zu einem echten Kino-Förderverein werden. Eine Unterstützerin der Filmfreunde sagte, dass es grundsätzlich wichtig wäre, wenn die Menschen, die wegen Corona nicht ins Kino gehen würden, die Einrichtung aber erhalten möchten, einen Beitrag zahlen würden, der quasi dem Wert der Eintrittskarten entspricht.

„Die Bedingungen sind schwierig, ein Betrieb eigentlich unmöglich, aber wir öffnen trotzdem das Méliès, um zu zeigen: Wir sind da! Die Besucher können kommen“, fasst Telke Reeck zusammen. Montag wird die Eröffnung gefeiert, ab 1. September werden täglich zwei Filme im schmucken Méliès laufen. (Thomas Kopietz)

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