Visite in Niedersachsen

Steinmeier-Besuch in Göttingen: Hochschulen können Keimzellen der Demokratie sein

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Begrüßung vor der Aula der Universität: (von links) Uni-Präsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel, Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Elke Büdenbender und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil.

Göttingen. Für Frank-Walter Steinmeier können Hochschulen wichtige Keimzellen der Demokratie sein. Das sagte der Bundespräsident am Mittwoch bei einem Besuch der Universität Göttingen.

aktualisiert um 18.50 Uhr - Die Uni-Stadt in Südniedersachsen war Abschlussstation des ersten Tages seines Antrittsbesuchs in Niedersachsen. In seiner Rede würdigte das 61-jährige Staatsoberhaupt besonders den Juristen und Widerstandskämpfer Adam von Trott zu Solz, der in Göttingen und Oxford studierte.

„Er war der außenpolitische Berater der Männer und Frauen des 20. Juli und innerhalb des Kreisauer Kreises einer der wenigen, der rückhaltlos von der Notwendigkeit des Attentats auf Hitler überzeugt war“, sagte Steinmeier. Trott zu Solz war wegen seiner Beteiligung an der Verschwörung vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 26. August 1944 in Berlin-Plötzensee erhängt worden.

Steinmeier ging in seiner Rede gleichzeitig der Frage nach, wie der Adelige Adam von Trott zu Solz zum Demokraten wurde. „Ich glaube die Antwort liegt in den Universitäten Göttingen und Oxford.“ Steinmeier ist davon überzeugt, dass der Widerstandskämpfer dort seine Herzensprägung erfuhr.

An der Aula gab es eine Mahnwache der Göttinger Gesellschaft für bedrohte Völker. Die Menschenrechtsorganisation machte mit Plakaten und Schildern auf das Schicksal des in der Türkei festgehaltenen kurdischstämmigen Soziologen Sharo Garip, des in China zu lebenslanger Haft verurteilten uigurischen Professors Ilham Tohti und des in Göttingens Partnerstadt Nanjing inhaftierten Geschichts-Dozenten Guo Quan aufmerksam.

Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender besuchten am Mittwoch zunächst die Landeshauptstadt Hannover. Am Abend ist ein Empfang der Landesregierung in der Alten Mensa in Göttingen geplant. Am Donnerstag will der 61-Jährige Ostfriedland besuchen. Steinmeier kennt Niedersachsen gut: Er arbeitete in den 1990er-Jahren unter dem früheren Ministerpräsidenten und späteren Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) in der Staatskanzlei.

Bundespräsident Steinmeier besuchte Uni-Stadt Göttingen

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