Viel Platz fürs neue Hospiz

"Sternenlichter" soll am Halvesanger in Grone entstehen

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Besichtigung: Bei einem Ortstermin am Grundstück für das künftige Kinder- und Jugendhospiz „Sternenlichter“ sprachen (von links) Grones Ortsbürgermeisterin Birgit Sterr, Thomas Häntzsch, Rainer Hald (beide Sparkasse Göttingen), Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, Fördervereins-Vorsitzender Karl-Heinz Mügge, DRK-Oberin Nicole Zimmer, Daniel Kevelo, Axel Rümenap (beide Casa Gutingi) und Grundstücks-Vorbesitzer Uwe Hennemann über das Großprojekt. 

Lange wurde ein geeignetes Grundstück für das geplante Kinder- und Jugendhospiz „Sternenlichter“ gesucht, jetzt ist der gleichnamige Förderverein fündig geworden.

In der Straße „Am Helvesanger“ im Göttinger Ortsteil Grone soll auf rund 1600 Quadratmetern ein Zentrum für lebensverkürzt erkrankte Kinder und ihre Familien entstehen – ganz unter dem Motto „Lebensbegleitung statt Sterbebegleitung“.

„Wir sind jetzt auf einem guten Weg“, freut sich Fördervereins-Vorsitzender Karl-Heinz Mügge. Nachdem bei der Gründungsversammlung des Vereins vor zwei Jahren das Ziel ausgegeben worden war, spätestens 2020 unter dem Dach der DRK-Schwesternschaft Georgia-Augusta in Göttingen ein Kinder- und Jugendhospiz zu eröffnen, hatten sich die Planungen doch länger hingezogen als erwartet. „Aber wir entwickeln und sind sehr froh, dass uns die Sparkasse Göttingen bei diesem Projekt so großartig unterstützt“, sagt Mügge.

Tatsächlich ist es die Sparkasse, die über ihre Tochterfirma Casa Gutingi Verwaltungs GmbH das rund 8500 Quadratmeter große Grundstück samt derzeit noch bestehenden Gebäuden gekauft hat und auch Bauträger bei dem Großprojekt sein wird.

Projekt kostet über sieben Millionen Euro

„Wir rechnen mit einer Investitionssumme von über sieben Millionen Euro“, sagt Sparkassenchef Rainer Hald. Doch das sei extrem sinnvoll angelegtes Geld. „Wenn Kinder schwerstkrank sind, betrifft das die gesamte Familie, jeder Tag ist dann unglaublich herausfordernd“, so Hald. Darum werde man nun für diese Familien eine Möglichkeit schaffen, „sich auch mal eine Auszeit zu nehmen, um wieder Kraft zu sammeln“. Ein Kinder- und Jugendhospiz suche man in Südniedersachsen bisher vergeblich. „Der Wunsch nach einem solchen Ort war bei vielen betroffenen Familien aus der gesamten Region aber immer da“, sagt Hald. „Mit wie viel Engagement und Herzblut die vielen Beteiligten dieses Projekt daher vorangetrieben hätten, ist ebenso bewunderns- wie dankenswert“, lobt Hald die bisherige Arbeit der DRK-Schwesternschaft und des Fördervereins.

„Dieser Standort ist geradezu prädestiniert für ein solches Projekt“, betont Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, der auch Schirmherr des geplanten Kinder- und Jugendhospizes ist. „Er liegt in der Stadt und bietet gleichzeitig nach hinten hinaus ganz viel Grünfläche.“

Im hinteren Teil des 8500 Quadratmeter großen Grundstücks soll eine parkähnliche Anlage und ein großer Spielplatz für die schwerstkranken Kinder und ihre Eltern entstehen.

Genau das ist es auch, was Nicole Zimmer, Oberin der DRK-Schwesternschaft Georgia-Augusta, so begeistert. „Das schön gelegene und von Gärten umgebene Grundstück mit den Wiesen und Reiterhöfen in unmittelbarer Nähe ist für unser Vorhaben ideal“, schwärmt sie. „Uns ist es wichtig, dass die schwerstkranken Kinder und ihre Familien in einer geschützten Umgebung zur Ruhe kommen können“, so Zimmer weiter. Gleichzeitig sei aber auch die Erreichbarkeit der Innenstadt und der angrenzenden Stadtteile durch die Stadtbusanbindung gewährleistet.

Künftiges Hopiz bietet Platz für zwölf schwestkranke Kinder und Jugendliche

Das derzeitige Konzept der Einrichtung sieht einen Neubau zwölf Plätzen für Kinder und Jugendliche bis zu einem Alter von 27 Jahren mit ihren Familien aus einem Einzugsgebiet von 150 Kilometern vor. „Das Areal ist allerdings so groß, dass wir das Hospiz bei Bedarf noch erweitern können“, sagt Fördervereinsvorsitzender Karl-Heinz Mügge. Nach dem Abriss der alten Gebäude solle im Frühjahr kommenden Jahres mit den Bauarbeiten begonnen werden. Die Fertigstellung ist für Herbst 2022 geplant und der langfristige Mietvertrag mit der Sparkasse Göttingen soll dann über 25 Jahre laufen. Über eine Sterbebegleitung hinaus soll vor Ort eine ganzheitliche Lebensbegleitung gewährleistet sein. Dazu zählen Therapien in jeglicher Form sowie psychologische Betreuung der Angehörigen auch über den Tod des Kindes hinaus. Die Finanzierung des Kinder- und Jugendhospizes „Sternenlichter“ erfolgt nur zum Teil über die Krankenkassen. Fehlende Gelder müssen durch Spenden akquiriert werden. Darüber hinaus sucht der Förderverein für das geplante Kinder- und Jugendhospiz auch weiterhin nach neuen Mitgliedern. „Durch den Mitgliedsbeitrag von derzeit 60 Euro im Jahr können sich Interessierte finanziell in das Projekt einbringen“, sagt der Vereinsvorsitzende Karl-Heinz Mügge. Darüber hinaus könnten die Mitglieder des Fördervereins die Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt begleiten und Spenden akquirieren.

Kontakt (auch für Spenden): Nicole Zimmer, DRK-Schwesternschaft Georgia-Augusta, Tel. 0551/58842

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