Deutsches Theater Göttingen gibt Subventionen an Besucher weiter

Steuerzahlerbund: Theaterbesuche sind zu günstig - Erlöse müssen steigen

Hier soll es auch künftig Kulturelles zu erschwinglichen Preisen geben: Das Deutsche Theater Göttingen. Rund 100.000 Besucher nutzen bislang das Angebot pro Spielzeit . Foto: Voß

Göttingen / Hannover. Die neun öffentlichen Theaterhäuser in Niedersachsen haben in der Spielzeit 2013/14 Zuschüsse und Zuweisungen von 156 Millionen Euro erhalten. Das geht aus der neuesten Statistik des Deutschen Bühnenvereins und einer Mitteilung des Bundes der Steuerzahler (BdS) hervor. Der mahnt einen wirtschaftlicheren Betrieb der Theater an.

Damit sei jeder Theaterbesuch in der Spielzeit 2013/14 mit durchschnittlich 102,43 Euro bezuschusst worden - aus der Steuerkasse. Im Schnitt konnten nur 20,38 Euro pro Besuch aus Ticketverkäufen und anderen Quellen erlöst werden. Daraus resultiert ein Kostendeckungsgrad von 16,6 Prozent.

Für den BdS ist das ein Anlass, die Theaterfinanzierung zu kritisieren: Sie sei eine freiwillige Aufgabe der öffentlichen Hand und dürfe den Steuerzahler nicht unzumutbar belasten, so der Landesvorsitzende Bernhard Zentgraf.

Auch der öffentliche Kulturbereich müsse sich wirtschaftlichen Anforderungen stellen. Der Bund der Steuerzahler erwartet deshalb höhere Einnahmen der Theater und nennt Kooperationen sowie Zusammenschlüsse als Möglichkeiten, den Subventionsbedarf zu drosseln.

Laut Bühnenverein hatten 1,86 Millionen Menschen in der Spielzeit 2013/14 die großen Theater in Niedersachsen und Bremen besucht.

Die am höchsten subventionierten Spielstätten in Niedersachsen sind Hannover (134,83 Euro/Besuch) und das Oldenburger Staatstheater (131,20).

Deutsches Theater Göttingen gibt die Subventionen an seine Besucher weiter 

Das Deutsche Theater Göttingen (DT) wird laut Aussage seiner Pressesprecherin, Inge Mathes, mit rund neun Millionen Euro von Stadt, Landkreis und dem Land Niedersachsen bezuschusst.

Mit diesen staatlichen Subventionen finanziert das Theater überwiegend die Personalkosten der 170 Angestellten. Der Zuschuss beträgt, wie bei jedem anderen öffentlichen Schauspielhaus, 81 Prozent. Eine Eigenfinanzierung muss das DT nur in Höhe von 19 Prozent leisten.

Für Mathes ist diese Bezuschussung ein wesentlicher Faktor, um die Ticketpreise für alle Besucher im Rahmen zu halten. Diese liegen je nach Vorstellung zwischen 12 und 33 Euro. „Ohne Bezuschussung würden die Preise Summen erreichen, die es einem Normalverdiener nicht erlauben würden, ins Theater zu gehen“, ist Mathes überzeugt.

Knapp 100.000 Gäste besuchen pro Saison die Vorstellungen im Schauspielhaus. Insbesondere bei Studenten ist das Theater wegen des Göttinger Kulturtickets beliebt. Es bietet unter anderem kostenlosen Eintritt bei Eigenproduktionen an der Abendkasse. Für die Zukunft hofft das DT, noch mehr Göttinger mit seinem Angebot erreichen zu können. Aber das geht laut Mathes nur, „wenn die Finanzierung weiter bestehen bleibt.“

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