Initiativpreis 2021 der Litfin-Stiftung

Stiftungspreis gewonnen: Literaturherbst-Geschäftsführer Herberhold geehrt

Johannes-Peter Herberhold und Kulturförderer Dr. Joachim Kreuzburg.
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Erfolgsgespann: Johannes-Peter Herberhold und Kulturförderer Dr. Joachim Kreuzburg. Sartorius machte die Übertragung der Lesungen im Netz möglich.

Die Litfin-Stiftung verleiht ihren Initiativpreis 2021 an Johannes-Peter Herberhold in Anerkennung seiner Verdienste für den Göttinger Literaturherbst.

Göttingen – Herberhold führt die GmbH als seit 2014 als Geschäftsführer und Nachfolger von Literaturherbst-„Erfinder“ Christoph Reisner, der im März 2014 verstorben war. „Herberhold ist es zu verdanken, dass sich der Göttinger Literaturherbst durch innovative Ideen ständig weiterentwickelte.

Unter seiner Leitung haben sich die Besucherzahlen verfünffacht, hat sich der Kreis der Interessenten auch überregional enorm erweitert“, heißt es in der Begründung der Jury und Laudatio von Susanne und Gerd Litfin, die sie normalerweise beim Neujahrsempfang der Stadt in der Lokhalle gehalten hätten, der aber aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen musste – so also auch die Übergabe der Auszeichnung an Johannes-Peter Herberhold.

Der Initiativpreis der Litfin-Stiftung besteht aus einem Preisgeld von 5000 Euro und einer von Oliver Pohl geschaffenen Bronze-Skulptur. Familie Litfin möchte damit die Menschen ehren und in den Fokus stellen, „die durch ihre Initiative unsere Stadt und Region positiv und nachhaltig verändern.“

Besonders hoch anzureichnen ist Herberhold und dem Literaturherbst-Team, dass die zu den größten Literaturfestivals in Deutschland zählende Veranstaltung im Oktober bis Anfang November inmitten der Corona-Pandemie stattgefunden habe. Zwar musste die Zahl der Lesungen reduziert werden, doch fand die Organisatoren mit tatkräftiger und finanzielle Unterstützung der Göttinger Sartorius AG eine tolle Lösung, um die Lesungen an ein noch größeres Publikum zu übertragen: als Audio- und Videostreams und -aufzeichnungen – über ein Portal, für das die Kulturinteressierten ein OnAir- Ticket kaufen konnten.

„Wir hatten anfangs ein wenig Bedenken, aber die waren schnell verflogen, als die ersten Veranstaltungen über die Bühne gegangen waren“, blickte Johannes-Peter Herberholg im Gespräch mit unserer Zeitung kürzlich zurück. „Ohne Sartorius aber wäre das nicht möglich gewesen.“ Kurzum: Das OnAir-Ticket schlug ein: 33 000 Zugriffe auf das Programm verzeichneten das Literaturherbst-Team. 6400 Menschen kamen immerhin – trotz reduzierter Platzkapazität wegen der Abstandsregeln – zu den Präsenzveranstaltungen.

„Wo andere Kulturveranstalter resigniert haben, hat der Göttinger Literaturherbst seine Chance auch während der Pandemie genutzt“, lobt denn auch die Jury der Litfin-Stiftung.

Die übrigens zeichnet seit 2007 gemeinnützige Projekte in Südniedersachsen aus. Fast 150 Vorhaben seien bisher mit rund 600 000 Euro unterstützt worden, heißt es. Den Initiativpreis gibt es seit 2017. Preisträger bisher: Wolfgang Brunk (Erhalt der Erdbebenwarte), Dr. Thomas Suermann und ASC Göttingen (Fit für Pisa), Prof. Eva-Maria Neher (XLAB) und Veronika Frels (Einsatz für die Palliativmedizin in Göttingen). (Thomas Kopietz)

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