Verkettung unglücklicher Zufälle: Auch Sicherung fiel aus

Störung im Göttinger Rathaus: Klimaanlagen sorgten für Systemausfall

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Störung im Göttinger Rathaus: Schuld sind zwei defekte Klimaanlagen, durch die der Serverraum überhitzte. 

Göttingen. Die Störungen im Rechenzentrum der Kommunalen Dienste der Stadt Göttingen (KDG) sind noch immer nicht behoben. Grund für die Störung sind zwei Klimaanlagen.

Die sind für die Kühlung des Serverraums im Rathaus zuständig, teilt Henning Schumann, stellvertretender Vorstand der KDG mit.

Die Kommunalen Dienste arbeiten nun daran, die Server mit Hilfe von Datensicherungen (sogenannte Back-Ups) wieder neu zu bespielen. „Das zu beheben, dauert etwas“, sagt Schumann.

Bei der Kreisverwaltung sind Kfz-Zulassungsstelle, Bußgeldstelle sowie das Amt für Soziales betroffen. Bei der Stadt Göttingen sind unter anderem das Standesamt und der Fachbereich Soziales auf die Arbeit mit elektronischen Fachverfahren angewiesen.

Dabei sei ein Stromausfall zunächst nichts besonderes für die KDG. „Wenn Klimaanlagen im Serverraum mal zehn Minuten nicht laufen, ist das eigentlich unproblematisch“, sagt Schumann.

Fühler lieferte falsche Werte

Dem Stromausfall am Donnerstag folgte dann jedoch eine Verkettung unglücklicher Zufälle: Als der Strom am Donnerstag wieder da gewesen sei, sprangen die Anlagen zwar wieder an, sagt Schumann. „Bei einer fiel dann aber die Sicherung aus, bei der zweiten lieferte der Temperaturfühler falsche Werte.“

Die Technik der Anlage dachte so, die Temperatur im Raum sei angemessen und habe aufgehört weiter zu kühlen.

Der nicht gekühlte Raum habe schließlich dazu geführt, dass einige Geräte überhitzten und ausfielen. „Zum Teil sind Bauteile in den Geräten kaputt gegangen.“ Diese Folgeschäden seien das Problem für die KDG. Kunden wie Landkreis und Stadt Göttingen hätten sogar per Fax informiert werden müssen, weil die Kommunikationsserver betroffen seien, sagt Schumann.

Ob Daten bei Zulassungsstelle, Bußgeldstelle oder dem Amt für Soziales verloren gegangen sind, sei noch nicht absehbar, sagt Ulrich Lottmann, Sprecher des Landkreises Göttingen. Antragsteller, die gewisse Fristen einhalten müssen, bräuchten sich nicht zu sorgen: „Das ist ja nicht deren Schuld. Das wird dann einfach nachbearbeitet.“

Zulassungsstelle geschlossen

Problematisch sei, dass keine Formulare ausgefüllt werden könnten, bei laufenden Verfahren fehle nun die Aktualisierung. „Wir können zurzeit beispielsweise nicht beantworten, ob Bußgelder bezahlt wurden.“ Das sei jedoch nicht tragisch, sagt Lottmann.

Einziger Totalausfall sei die Zulassungsstelle, die sei komplett geschlossen. „Da können wir gar nichts tun. Falls sich jemand extra Urlaub genommen hat, um sein Auto anzumelden, tut uns das leid“, erzählt Lottmann.

Auch wenn es dauere, die Probleme zu beheben, könnten die Fachverfahren am Dienstag möglicherweise wieder zur Verfügung stehen. „Momentan sieht es so aus, als würde bald wieder alles laufen“, sagt Schumann.

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