Umrüstung zieht sich hin

Straßenbeleuchtung in Südniedersachsen: Mit LED-Lampen sparen Kommunen Geld

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LED-Leuchten: An den Hauptverkehrsachsen in Northeim sind insgesamt 743 Straßenlaternen auf die stromsparende Technik umgerüstet worden.

Göttingen/Northeim – Mit LED-Technik lassen sich die Stromkosten für die Beleuchtung von Straßen und Gebäuden deutlich senken. Bei Städten und Gemeinden ist das seit zehn Jahren ein Thema, berichtet die Hardegser Ingenieurin Julia Geese, die Kommunen und Unternehmen berät.

Die Umrüstung zieht sich jedoch teilweise bis heute hin.

„Als eine der ersten Kommunen in Niedersachsen haben wir in den Jahren 2015 bis 2017 in zwei Schritten unsere komplette Straßenbeleuchtung umgerüstet“, berichtet RosdorfsBürgermeister Sören Steinberg (SPD). Die Stromkosten der 800 Pilz- und 300 Peitschenlampen seien um 70 Prozent gefallen. Die Fördermittel miteingerechnet werde sich die Investition in Höhe von 590000 Euro innerhalb von sechs, sieben Jahren rechnen.

„Wir werden bis 2023 jedes Jahr 150 000 Euro in die Umrüstung unserer Straßenbeleuchtung investieren“, kündigt UslarsBürgermeister Torsten Bauer (CDU) an. Seit fünf Jahren laufe dieses Projekt. Begrenzte Finanzmittel seien ein Grund, warum es nicht schneller gehe.

Darauf verweist auch Doreen Fragel, Geschäftsführerin der Energieagentur Region Göttingen, hin. Die Straßenbeleuchtung gilt größtenteils als sogenannte freiwillige Leistung. Zudem fällt das Licht der helleren LED-Leuchten anders. Bei ihnen ist der Hell-Dunkel-Kontrast besonders stark. In Uslar müssen die Masten deswegen zum Teil enger gestellt werden, damit sich auf dem Gehweg für den Betrachter kein Zebra-Muster bildet.

In der Stadt Northeim läuft die Umrüstung seit 2012, teilt Pressesprecherin Susanne Mönkemeyer mit. In vier Abschnitten sind bisher die Leuchten von 3100 Laternen ausgetauscht worden. Die Stadt nutzte verschiedene Programme. Die Förderquote lag bei 20, 25, 40 und in einem Abschnitt, wo Mittel aus dem Kommunalen Investitionsprogramm flossen, sogar bei 90 Prozent. Die verbleibenden 270 Altleuchten sollen ausgetauscht werden, wenn sie kaputt gehen.

Im Nachteil bei der LED-Umrüstung sind Kommunen, die das Thema bereits vor 2010 aufgegriffen haben. Der Flecken Bovenden stattete bereits zur Jahrtausendwende ein Viertel der Straßenlaternen mit Energiesparlampen aus, berichtet Bauamtsleiter Klaus Melnikow. Als sich der Flecken 2013 dann für LED-Leuchten entschied, ließ sich bei ihnen nicht die für die Fördergeldbewilligung notwendige Stromeinsparung erzielen. Bovenden tauscht die Energiesparlampen nun erst bei Defekten aus.

Ähnlich ist die Situation in derStadt Hann. Münden, berichtet Jens Steinhoff, der Geschäftsführer der städtischen Versorgungsbetriebe Hann. Münden. Dort wurden 2013/14 gut 2000 Quecksilberdampflampen gegen LED-Leuchten ausgetauscht. Bei 800 Leuchten ließ sich dagegen nicht die nötige Einsparung von mindestens 70 Prozent erreichen.

„LED-Leuchten verbrauchen nicht nur weniger Energie, sie sind auch langlebiger und wartungsärmer“, nennt Beraterin Geese einen weiteren Vorteil der Technik. Die Laternen sind zudem heller, wodurch Schlaglöcher oder Stufen besser zu erkennen sind. In Einzelfällen kann das aber auch ein Nachteil sein, weil die Laternen Zimmer zur Straße hin taghell ausleuchten, berichtet Uslars Bürgermeister Bauer.

Von Michael Caspar

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