Notgruppen sollen eingerichtet werden

Kita-Streik: Viele Einrichtungen in der Region sind ab Freitag dicht

Warnstreik Mitte April: Ab Freitag sind viele Erzieherinnen unbefristet im Ausstand. Foto: Schlegel

Göttingen/Northeim. Viele Kindertagesstätten in Südniedersachsen sind ab Freitag, 8. Mai, von den unbefristeten Streik der Erzieherinnen betroffen. Das kündigte am Mittwoch eine Verdi-Sprecherin auf Anfrage an.

In Göttingen gibt es in zwölf von 13 städtischen Kindertagesstätten ab Freitag unbefristete Streiks – nicht dabei ist die Einrichtung in Hetjershausen. Laut Verdi-Sekretärin Frederike Güler heißt dies aber nicht, dass die zwölf betroffenen Einrichtungen komplett geschlossen sein werden. In einigen sollen Notgruppen eingerichtet werden. Dies müsse allerdings die Stadtverwaltung organisieren. Konkrete Streikationen will der Verdi-Aktionsrat beschließen.

Aktualisiert um 16.23 Uhr

In Northeim werden sich neun von zehn Kindertagesstätten an der Aktion beteiligen – nicht dabei ist der Kindergarten Hollenstedt. Im Kindergarten Ostpreußenstraße wird es eine Notgruppe geben.

In Einbeck wollen die Beschäftigten in neun von zehn Kindertagesstätten in den Streik geben – zum Teil erst in der kommenden Woche. Außerdem sollen es in einigen Einrichtungen Notgruppen geben. Nicht beteiligt ist der Hort im Steinweg.

Viele Eltern dürfte der Streik vor Probleme bei der Betreuung ihrer Mädchen und Jungen stellen. Unterdessen bekommen die Erzieherinnen bei ihrem Arbeitskampf Rückenwind von Eltern. Eine Initiative hat für Freitag, 8. Mai, zu einer Aktion am Neuen Rathaus in Göttingen aufgerufen. Ab 9 Uhr sollen dort Mädchen und Jungen betreut werden.

Gleichzeitig wird dabei auf die Situation der Erzieherinnen aufmerksam gemacht. Verdi-Geschäftsführer Sebastian Wertmüller bittet die Eltern um Solidarität: „Wir brauchen Ihre Unterstützung. Sprechen Sie die kommunalen Arbeitgeber an: Oberbürgermeister, Bürgermeister, Landräte, Ratsfraktionen und die Fraktionsvorsitzende. Es braucht ein verhandlungsfähiges Angebot, dann kann der Streik schnell beendet werden.“

Knapp 93,5 Prozent der Verdi-Mitglieder unter den Erzieherinnen haben sich für den Streik ausgesprochen. Auch die Mitglieder anderer kleinerer Gewerkschaften hatten für den Arbeitskampf votiert. In den vergangenen Wochen hatte es immer wieder Warnstreiks gegeben. Die Tarifparteien konnten sich aber bislang nicht einigen.

Die Gewerkschaft Verdi fordert eine deutliche Einkommensverbesserung von durchschnittlich zehn Prozent. Außerdem wird bei der Eingruppierung von neuen Beschäftigten eine zwingende Anerkennung aller Vollbeschäftigungszeiten gefordert.

Stadt Göttingen bietet vielen Eltern Notgruppen an

In Göttingen wird es während des Streiks gleich mehrere Notgruppen in den Kindertagesstätten (Kita) geben. Darauf weist die Stadtverwaltung in einer Mitteilung hin.

Notgruppen werden vom 8. bis 21. Mai im Elisabeth-Heimpel-Haus, in der Kita Geismar sowie in Elliehausen eingerichtet – in der Kita Gartenstraße vom 11. bis 21. Mai, weil dort am 8. Mai gestreikt wird. Komplett bestreikt werden die Kita Grone, Rosdorfer Weg, Insterburger Weg und Lönsweg. Die Kita Weende-Nord bietet bis zum 13. Mai eine Notgruppe, anschließend wird gestreikt. 

Die Kita Weende-West hat bis zum 13. Mai regulär geöffnet, dann Streiktage am 15. und 18.Mai, an den folgenden beiden Tagen wieder eine Notgruppe und am 21. Mai geöffnet. 

Im Ernst-Fahlbusch-Haus sieht die Planung eine Notgruppe bis zum 15. Mai und anschließend Streik vor. In Hetjershausen soll die Einrichtung mit Ausnahme von Streiktagen zwischen dem 15. und 19. Mai normal geöffnet sein. In der Pfalz-Grona-Breite werden die Folgen des Streiks ab 11. bis einschließlich 15. Mai zu spüren sein. Dann öffnet die Kita wieder. 

Notgruppen gibt es auch vom 12. bis 21. Mai in der Kita Rosdorfer Weg und im Ernst-Fahlbusch-Haus in Weende. Betreut werden können in Notgruppen nur Kinder, die auch ansonsten einen Platz in der jeweiligen Einrichtung haben. Die Betreuung übernehmen Beschäftigte, die sich nicht am Streik beteiligen. Alle vom Streik betroffenen Eltern sollen umgehend über das Notgruppenangebot informiert werden, so die Stadt. 

In Göttingen gibt es 96 Kindertagesstätten für Krippen, Kindergärten und Horte mit insgesamt 5174 Betreuungsplätzen, davon 950 in den 13 Einrichtungen der Stadt. Der Anteil der Stadt am Gesamtangebot von Betreuungsplätzen in Göttingen entspricht also etwas mehr als 18 Prozent.

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