Streikende: Göttinger Postler sind mit Kompromiss zufrieden

Diskussion über das Verhandlungsergebnis: Verdi-Gewerkschaftssekretär Dietmar Görsdorf (stehend) erläuterte den erzielten Kompromiss bei einer Party zum Streikende vor dem Göttinger Briefzentrum auf der Siekhöhe.

Göttingen. Mit einer kleinen Party vor dem Briefzentrum auf der Siekhöhe feierten am Montag zahlreiche Mitarbeiter der Post das Ende des Streiks. Dabei erläuterte Verdi-Sekretär Dietmar Görsdorf das Ergebnis der Tarifverhandlungen.

Der Streik endete nach vier Wochen auch im Briefzentrum Göttingen in der Nacht zum Dienstag. In den nächsten Tagen und Wochen werden die liegen gebliebenen Sendungen an die Empfänger ausgeliefert. Wie viel das im Bereich Göttingen sind, ist bislang nicht bekannt geworden.

„Das Tarifergebnis ist nicht schlecht. Es hätte natürlich noch besser sein können. Mit dem Kompromiss können wir aber gut leben“, sagte ein Betriebsratsmitglied des Göttinger Briefzentrums zu dem Verhandlungsergebnis, das am Wochenende erzielt worden war. Der Betriebsrat der Post in der Uni-Stadt vertritt etwa 1200 Beschäftigte und ist auch für viele Zusteller zuständig.

Verlängerter Kündigungsschutz

Ein weiterer Erfolg aus Sicht des Betriebsrates ist der um 48 Monate verlängerte Kündigungsschutz bis Ende 2019. „Wir fordern jetzt, dass die Zusteller mit der Aufarbeitung der liegen gebliebenen Sendungen auf keinen Fall überlastet werden“, hieß es am Montag. Darauf werde in den kommenden Tagen und Wochen geachtet.

Der größter Verhandlungserfolg ist aus Sicht von Gewerkschaftssekretär Görsdorf: Es werden bis Ende 2018 keine weiteren Paket-Touren von der Post an Subunternehmer vergeben. Sie bleiben beim Hauptunternehmen. Das gilt auch für den Briefbereich sowie die kombinierte Brief- und Paketzustellung.

Weiter hob der Verdi-Sekretär hervor, dass auch Göttinger Beschäftigte, die mindestens 24 Monate ununterbrochen befristet bei der Post beschäftigt waren, das Angebot für eine Festanstellung bei der Post AG zu den Konditionen des Haustarifvertrags bekommen. Das gelte auch für Auszubildende, die jetzt auslernen. Görsdorf: „Leider sind diese Details nicht so bekannt geworden.“ Für alle Vollzeitkräfte gibt es eine Einmalzahlung von 400 Euro, anteilig für Teilzeitbeschäftigte. Die Löhne und Gehälter steigen um zwei Prozent im Oktober 2016 sowie um weitere 1,7 Prozent im Oktober 2017.

„Es ist uns nicht gelungen, die Post zu einer Rücknahme der DHL Delivery GmbHs zu bewegen“, räumt Görsdorf ein. Diese Unternehmen sorgen bei den Beschäftigten weiterhin für Unmut, weil sie unter dem Haustarif der Post entlohnen. Kritik übt Verdi nach wie vor an der Praxis, dass der Paket-Boom durch den Online-Handel durch die Delivery-GmbHs aufgefangen wird. Görsdorf: „Das können auch die Paketzusteller erledigen, die zu normalen Haustarifkonditionen beschäftigt werden.“

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