Helfer kritisieren die Stadt

Streit um Wohnungen für schwangere Flüchtlinge in Göttingen

Die ehemalige Voigtschule an der Göttinger Bürgerstraße: Hier sind Flüchtlinge untergebracht. Archivfoto: Kopietz

Göttingen. Kritik am Umgang mit jungen Müttern unter den Asylbewerbern übt die Göttinger Flüchtlingshilfe ehemalige Voigtschule.

Hintergrund: Für schwangere Frauen und junge Mütter sollte eine neue Lösung gefunden werden, damit sie nicht mehr in der Sammelunterkunft wohnen müssen – wir berichteten. Eine junge Mutter, die vom Balkan stammt und einen gesunden Sohn zur Welt gebracht hat wohnt mit ihrer kleinen Familie inzwischen in Adelebsen. Die zweite hochschwangere Frau, ebenfalls vom Balkan, wohnt in der Voigtschule. Für ihre Familie wurde eine Wohnung in Holtensen gefunden. Doch auch in diesem Fall gibt es Probleme, kritisieren die Unterstützer.

Die Stadtverwaltung weist die Kritik zurück: Für die jetzt in Adelebsen lebende Familie „gab und gibt es keine Mietzusage der Sozialverwaltung“, so die Verwaltung. Folglich seien auch keine Mietzahlungen erfolgt. Für die betroffene Familie gelte eine „Wohnsitzauflage für die Stadt Göttingen“. Darauf habe die Sozialverwaltung im Gespräch mit Vertretern der Flüchtlingshilfe hingewiesen.

Für die zweite betroffene Familie gibt laut Verwaltung bei der möglichen Anmietung einer Wohnung in Holtensen keine Zusage der Stadt, da der Sozialverwaltung dazu keine Unterlagen vorliegen. Diese Familie konnte zudem bereits in der ehemaligen Voigtschule in einen anderen Raum umziehen, sagt die Verwaltung.

Die Stadt Göttingen bleibt nach Angaben eines Sprechers weiter bemüht, auf die Situation von Schwangeren in besonderem Maße Rücksicht zu nehmen. Deshalb sei mit der Firma Bonveno, die eine Reihe verschiedener Unterkünfte in Göttingen betreut, vereinbart worden, dass zwischen den verschiedenen Einrichtungen Umsetzungen vorgenommen werden können.

So könnten Schwangere beispielsweise in die Unterkunft auf den Zietenterrassen ziehen, wenn von dort Bewohner in andere Unterkünfte wechseln.

Unterstützung von den Linken

Unterstützung für die Position der Flüchtlingshelfer kommt von den Linken. Dort ist man empört darüber, dass schwangere Frauen möglicherweise wegen ihres Herkunftslandes „aussortiert“ werden.

Für eine Bleiberechtsentscheidung sei ausschließlich das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zuständig. Außerdem gebe es genügend Leerstand in Göttingen und Umgebung.

Flüchtlingshelfer: Es gab mündliche Zusage für Kostenübernahme

Die Flüchtlingshelfer kritisieren, dass es für die Schwangere, die jetzt Adelebsen wohnt, eine mündliche Zusage für die Kostenübernahme durch die Stadt gab. Daraufhin sei von Bonveno der Umzug realisiert worden. Im zweiten Fall sei Bonveno signalisiert worden, dass der Antrag zur Übernahme der Kosten für die Wohnung in Holtensen vermutlich abgelehnt wird. Deshalb sei er bislang nicht gestellt worden. Zum Thema Wohnsitzauflage machen die Flüchtlingshelfer deutlich, dass es inzwischen mehrere Ausnahmen von der Regelung gibt. Deshalb sei eine Unterbringung im Landkreis durchaus möglich. Flüchtlingshelferin Helferin Rabea Westphal: „Wir haben das Gefühl, dass für Balkan-Flüchtlinge nicht mehr soviel getan wird. Sie fallen jetzt hinten runter.“

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