Streit um Studentenwohnheim an der Humboldtallee: Polizei kam dazu

Göttingen. Der Streit um das Göttinger Studentenwohnheim an der Humboldtallee 9 nimmt kein Ende. Zwischen Mitgliedern der Wohnrauminitiative und dem Geschäftsführer des Studentenwerkes, Jörg Magull, ist es zu einer Auseinandersetzung gekommen. Die Polizei rückte an.

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Magull alarmierte die Polizei, die die Situation unter Kontrolle brachte. Der Professor war auf dem Weg von der Humboldtallee 9 zur Zentralmensa und wurde dabei laut eigener Aussage von 20 bis 30 Personen begleitet, die ihn verbal attackierten, bedrohten und beleidigten. Auch gegen seine Familie seien Drohungen ausgesprochen worden. Jörg Magull hat daraufhin Anzeige wegen Nötigung bei der Polizei gestellt. Hintergrund war, dass Jörg Magull angekündigt hatte, sich am Dienstag einen Eindruck vom Dachgeschoss des Gebäudes zu machen, was er auch tat. Die Wohnrauminitiative meint, er sei eingedrungen und hätte bereits zuvor mit Strafanzeigen, Kündigung und Exmatrikulation gedroht, wenn die Bewohner nicht aus dem Dachgeschoss ausziehen würden. Laut Magull habe es nie eine solche Forderung gegeben, dass die Studenten das Gebäude räumen müssen. Allerdings betont Magull: „Es darf nur jemand da wohnen, der einen Mietvertrag hat.“ Da der Vertrag zum 30. September gekündigt worden sei, sollte das Dachgeschoss seither leerstehen.

Vor Ort habe Magull festgestellt, dass Matratzen in den Räumen lagen und die Eingangstür zur Wohnung ins Dachgeschoss fehlte. „Nach unserer Ansicht ist das Hausfriedensbruch, Einbruchdiebstahl und Sachbeschädigung.“

Aktualisiert um 17.30 Uhr

Ab dem 15. Oktober möchte das Studentenwerk in der Humboldtallee 9 Wohnraum an Erasmus-Studenten, also ausländischen Gast-Studenten, zur Verfügung stellen - ohne die Mitbestimmung der Hausbewohner.

Internationale Studierende hätten kaum Chancen, eine Wohnung ohne das Studentenwerk zu finden, da die Mietzeiten kürzer seien. „Wenn eine Wohnung einfach besetzt wird, sind das Methoden wie im Wilden Westen“, sagt Magull. Die Wohnrauminitiative fordert hingegen den Geschäftsführer auf, ein Signal der Verhandlungsbereitschaft zu zeigen. Eine eindeutige Lösung gibt es auf beiden Seiten noch nicht.

Von Marie-Therese Gewert

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