Projekt der Universität Göttingen

Dauer-Zuschuss für das Uni-Museum Forum Wissen: Fraktionen sind uneins

Noch im Umbau: Das Forum Wissen neben dem Busbahnhof und Bahnhof an der Berliner Straße in Göttingen soll 2022 eingeweiht werden. Um Zuschüsse der Stadt gibt es Streit.
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Noch im Umbau: Das Forum Wissen zieht in die ehemalige Zoologie neben Busbahnhof und Bahnhof an der Berliner Straße. In Göttingen soll 2022 ein einmaliges Wissen-Museum eröffnen. Um Zuschüsse der Stadt gibt es Streit.

Göttingen – Geld für die pädagogische Arbeit des neuen Museums Forum Wissen Göttingen hat die CDU im Rat der Stadt gefordert. Der Plan ist umstritten - in finanziellen engen Zeiten.

SPD und Grüne signalisierten Zustimmung, Piraten und Linke Ablehnung. Nun wird sich der Kulturausschuss mit dem Thema befassen.

Im Frühjahr 2022 will die Universität Göttingen an der Berliner Straße, nähe Bahnhof/Busbahnhof, ihr Museum eröffnen, das den Prozess des Wissen-Schaffens in den Blick nimmt. Das sei ein „weltweit einzigartiger Ansatz“ so Ratsherr Hans Otto Arnold (CDU).

Von dem neuen Museum werde nicht zuletzt die Stadt profitieren, ergänzte Wibke Güntzler (CDU). Kinder und Jugendliche könnten dort, neben der Schule, einen weiteren Lernort erhalten, Auszubildende und Studierende ihre Rolle in Beruf und Gesellschaft überdenken. Die Stadt, so die Ratsfrau, solle daher die museumspädagogische Arbeit mit jungen Menschen fünf Jahre lang mit jährlich 100 000 Euro unterstützen und danach kritisch bewerten. Ein solches Vorgeben verankere das universitäre Projekt dauerhaft in der Stadtgesellschaft.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende, Tom Wedrins, stimmte grundsätzlich zu. Lange seien Uni und Stadt getrennte Welten gewesen. Zu einer Annäherung habe die 2019 verabschiedete Hochschulpräsidentin, Ulrike Beisiegel, maßgeblich beigetragen. Das gelte es fortzuführen.

Angetan von der Idee museumspädagogischer Angebote im Forum Wissen zeigte sich Ulrich Holefleisch (Grüne). Ähnliche Überlegungen habe es bereits vor 20 Jahren einmal mit Blick auf die Lokhalle gegeben. Der Rat müsse aber auch den nicht gedeckten Haushalt im Blick haben, mahnte der scheidende Oberbürgermeister, Ralf-Georg Köhler (SPD).

Die Stadt solle erst einmal marode Schulgebäude sanieren, stellte Francisco Welter-Schultes (Piraten) klar. Die Universität habe sich bei der Finanzierung ihres Museums „verkalkuliert“. Sie müsse für die museumspädagogische Arbeit selbst aufkommen. Die Zoologie, wo er tätig sei, habe bisher auch immer aus eigener Kraft Führungen für Schulklassen durch die eigene Sammlung organisiert. „An anderer Stelle streiten wir um 1000 Euro“, gab Edgar Schu (Linke) zu bedenken. Da gehe es nicht an, nun auf einmal 500 000 Euro für etwas bereitzustellen, das nicht zu den eigentlichen Aufgaben der Stadt gehöre.

Mit Blick auf das Forum Wissen regte Christdemokrat Arnold einen neuen Schwerpunkt im Städtischen Museum an. Die Einrichtung solle künftig über große Forscherpersönlichkeiten der Stadt wie Georg Christoph Lichtenberg, Karl Friedrich Gauß oder die Brüder Grimm informieren. Bisher gebe es für „die vielen Wissenschaftstouristen insbesondere aus Asien“ in Göttingen wenig zu sehen. Das lasse sich im Zuge der seit Jahren anstehenden Sanierung des Museums ändern. Entsprechende Mittel solle die Stadt aus dem Bundesförderprogramm „Investitionen für nationale Kultureinrichtungen“ beantragen. (Michael Caspar)

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