Streit um Wohnheim an der Humboldtallee

Um dieses Haus geht es: Das Studentenwerk Göttingen verlangt, dass dort die Mieter wieder ausziehen. Foto: Schlegel

Göttingen. Um das Wohnheim Humboldtallee 9 in Göttingen ist offenbar ein Streit entbrannt. Das Studentenwerk fordert, dass drei Mieter das Haus verlassen und droht mit strafrechtlichen Konsequenzen, wenn dies unterbleibt. Die Wohnrauminitiative und die anderen Mieter sehen den Fall ganz anders.

Hintergrund: Das Studentenwerk hatte Mietern im Obergeschoss vor einiger Zeit gekündigt, weil dort internationale Gäste untergebracht werden sollen. In der Zwischenzeit waren aber neue Mieter dort eingezogen, die sich zuvor bei der Hausgemeinschaft vorgestellt hatten. Aus Sicht des Studentenwerks ist dieses Vorgehen illegal. Die Leitung fordert die neuen Bewohner nun auf, das Haus bis Dienstag, 7. Oktober zu verlassen. Sollte dies nicht geschehen, so droht das Studentenwerk mit Strafanzeigen.

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„Wir als Hausgemeinschaft wollen weiterhin mitentscheiden, mit wem wir zusammen wohnen“, heißt es in einer Reaktion der Bewohner. „In der Vergangenheit war es immer üblich, dass sich Menschen, die mit uns wohnen wollten, bei uns vorgestellt haben. So war eine gut funktionierende Hausgemeinschaft gesichert.“ Die Bewohner und die Wohnrauminitiative verstehen das Vorgehen des Studentenwerks als Versuch, die faktische Selbstverwaltung des Hauses anzugreifen und die Hausgemeinschaft aufzulösen.

Thomas Winkelberg, einer der Sprecher der Wohnrauminitiative, fordert das Studentenwerk auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Kritik am Vorgehen des Studentenwerks kommt auch von Ratsherr Ulrich Holefleisch (Bündnis 90/Die Grünen). Das Studentenwerk sollte aus dessen Sicht Respekt vor den Interessen der Hausgemeinschaft haben. Er warnt das Studentenwerk vor jeder Art vorschnellen und gewaltsamen Handelns.

Solidarität mit den Bewohnern des Hauses an der Humboldtallee bekunden die „Hausgemeinschaft Rote Null“ sowie die „Antifaschistische Linke International“ (ALI). „Finger weg von Linken Häusern“, schreibt ALI in einer Stellungnahme.

Im Garten des Hauses an der Humboldtallee bieten die Bewohner und Wohnrauminitiative eine vorübergehende Unterkunft für Studenten, die noch keinen Wohnraum gefunden haben. Die jungen Leute können dort in Zelten wohnen. (bsc)

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