Kritik an Stadtbaurat Thomas Dienberg

Streit um XXXL und Poco in Göttingen geht in nächste Runde

+
Ein überdimensionaler Stuhl: Er steht vor einem XXXL-Möbelhaus in Nürnberg. Um die Ansiedlung von XXXL und Poco in Göttingen ist ein Streit entbrannt.

Göttingen. Der Streit zwischen den regionalen Möbelhändlern und der Stadt Göttingen um die Ansiedlung von XXXL Lutz und Poco an der Autobahn 7 in Göttingen geht weiter.

Jetzt übt ein Sprecher der Mittelständler scharfe Kritik an Stadtbaurat Thomas Dienberg. Der hatte eine öffentliche Äußerung der Möbelhändler kritisiert, die der Stadtverwaltung vorwarfen, einem ausländischen Investor wie XXXL Sonderrechte einzuräumen. In einem öffentlichen Brief macht Axel Schwill, Geschäftsführer von Bono und einer der betroffenen Mittelständler, deutlich, dass Göttingen keinen Ergänzungsbeschluss zum gerade zwei Jahre alten Einzelhandelskonzept braucht.

„Göttingen braucht einen Oberbürgermeister, einen Stadtbaurat und einen Vorsitzenden des Bauausschusses, die eine verträgliche Ansiedlung von Handelsbetrieben betreiben, die konform zum aktuellen gültigen Einzelhandelskonzept und der aktuellen Landesraumplanung stehen und keinem neuen Marktteilnehmer Vorteile gegenüber den bestehenden Handelsbetrieben verschaffen“, so Schwill.

Streit um Flächen

Der Kern des Konflikts: Seit Wochen tobt ein Streit um die „innenstadtrelevante Verkaufsfläche“ bei der Ansiedlung von XXXL und Poco, also die Fläche für Haushaltsgegenstände und Heimtextilien. Die Stadt Göttingen schlägt 3300 Quadratmeter vor – ein halbes Fußballfeld. Die SPD sprach sich im April für eine Reduzierung auf 1950 Quadratmeter aus. Die Göttinger Händlergemeinschaft Pro City fordert eine Beschränkung auf 800 Quadratmeter.

Versammlung der SPD

Unterdessen kommt weiter Bewegung in die Diskussion. Die Göttinger SPD-Ortsvereine Mitte/Nord haben für Dienstag, 31. Mai, ihre Mitglieder zu einer Versammlung eingeladen. Dabei soll es um die Auswirkungen auf das Gewerbe in der Innenstadt durch die Ansiedlung der Möbel-Großmärkte gehen. Zu der um 18 Uhr im Göttinger SPD-Forum beginnenden Veranstaltung sind Interessierte willkommen, heißt es in einer Mitteilung.

Ja von der Jungen Union

Ein klares Ja zur Ansiedlung von XXXL und Poco an der Autobahn 7 kommt vom Stadtververband Göttingen der Jungen Union. In der Vergangenheit habe Göttingen die Ansiedlung namhafter Unternehmen, darunter auch die Möbelkette Ikea, abgelehnt. Sprecher Simeon Atkinson: „Die Marke Göttingen steht auf dem Spiel. Jetzt den nächsten Großinvestor zu verprellen, wäre ein fatales Signal für alle Unternehmen, die Göttingen als Standort in Betracht ziehen.“

Lesen Sie dazu auch: 

- XXXL-Möbelhaus in Göttingen: Northeim droht mit Klage
- Ansiedlung von XXXL-Möbelhaus in Göttingen: Fragen und Antworten
- Möbelhäuser fordern Grenzen für XXXL und Poco

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.