Wenig Verbrauch, hoher Bedarf

Stromverbrauch in Südniedersachsen geht zurück – aber wohl nicht mehr lange

Göttingen. Die Südniedersachsen verbrauchen weniger Strom als ihre nördlichen Nachbarn. Laut einer Studie des Grundversorgers Eon sind besonders die Einwohner des Landkreises Göttingen Stromsparer. 

Im ersten Halbjahr 2018 wurden hier pro Haushalt 2307 Kilowattstunden (kWh) verbraucht.

Die Werte beziehen sich ausschließlich auf Privathaushalte. Dabei fällt ein deutlicher Rückgang des Energieverbrauchs in den vergangenen Jahren auf. Das gilt auch für den Landkreis Northeim, der mit durchschnittlich 2671 kWh pro Haushalt ziemlich genau im niedersächsischen Mittel (2670) liegt.

Obwohl sich die Anzahl der Elektrogeräte, die zu Hause genutzt oder geladen werden, in den vergangenen zehn Jahren laut der Vergleichsstudie nahezu verdoppelt hat, ist der Stromverbrauch der privaten Haushalte im gleichen Zeitraum um 13 Prozent zurückgegangen. Mehrere Laptops, Tablets und Smartphones verbrauchen mittlerweile weniger Energie als ein Computer mit Röhrenmonitor vor zehn Jahren. Auch die Umstellungen von 20 Jahre alten Kühlschränken auf energieeffizientere Geräte sowie von Glühbirnen auf LEDs sind für den gesunkenen Strombedarf der Privatleute verantwortlich.

Das wird in der Zukunft aber nicht so weitergehen, glaubt Eon-Geschäftsführer Wolfgang Noetel. „Wir rechnen mit einer zunehmenden Verbreitung von Elektro-Autos und strombetriebenen Wärmepumpen, die Energieträger wie Öl ablösen“, erklärt Noetel. Insbesondere wenn die Elektro-Autos auch zu Hause geladen würden, könne der Stromverbrauch privater Haushalte langfristig wieder zunehmen.

Die sparsamten Haushalte Südniedersachsens gibt es laut Studie in der Stadt Göttingen, wo durchschnittlich 2004 kWh verbraucht werden. Auch in Rosdorf (2390), der Stadt Dransfeld (2447), Bad Gandersheim (2497) und Adelebsen (2499) richtige Sparfüchse.

Städter verbrauchen weniger

Für die Vergleichsstudie hat Eon – das Unternehmen ist Grundversorger in Südniedersachsen – Verbrauchsdaten von insgesamt etwa sechs Millionen Privatkunden herangezogen. Die Daten zeigen, wo mehr und wo weniger Strom verbraucht wird. Auch in Südniedersachsen gilt da offenbar der Grundatz: je ländlicher die Gegend, desto höher der Stromverbrauch. 

Sehr gut lässt sich das an den Zahlen für die Samtgemeinde Dransfeld im Altkreis Münden ablesen. Der durchschnittliche Stromverbrauch für die Samtgemeinde liegt bei 2736 Kilowattstunden pro Haushalt und damit über dem niedersächsischen Mittel. Die Stadt Dransfeld allein steht aber wesentlich besser da: Mit durchschnittlich 2447 kWh liegt sie deutlich unter Landesschnitt und sogar unter den Top Drei im sparsamen Landkreis Göttingen. 

Der durchschnittliche Verbrauch im Rest der Samtgemeinde (Scheden, Niemetal, Jühnde und Bühren) liegt isoliert bei 3043 kWH pro Haushalt – der höchste Wert im gesamten Landkreis. 

Überraschenderweise schneidet aber auch die Stadt Hann. Münden selbst mit 2975 kWh pro Haushalt relativ schlecht ab. Die Staufenberger (2755 kWh) sind da im Durchschnitt sparsamer. 

Insgesamt liegt der Altkreis Münden im Landkreis-Vergleich ziemlich weit hinten. Grund dafür ist vor allem daran, dass in Regionen mit einer hohen Dichte an Mietwohnungen und durchschnittlich kleineren Haushalten – wie etwa in studentischen Gebieten wie Göttingen – in der Regel weniger Strom verbraucht wird. 

In den ländlichen Gebieten gibt es hingegen häufig größere Häuser und Wohnungen mit tendenziell mehr Personen in einem Haushalt. Entsprechend steigt dort der Durchschnittsverbrauch pro Haushalt an. Interessanterweise scheint das nicht für den Landkreis Northeim zu gelten: Dort findet sich die Kreisstadt nicht unter den Top Fünf. Durchschnittlich am wenigsten verbrauchen die Bad Gandersheimer (2497 kWh). Auf den Plätzen folgen Nörten-Hardenberg (2537), Hardegsen (2539), Bodenfelde (2542) und Einbeck (2651).

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/dpa

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