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Gericht: Student hat keinen Anspruch auf gleiche Prüfungsbedingungen

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Von: Thomas Kopietz, Heidi Niemann

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Abgewiesen: Ein Medizinstudent hatte auf gleiche Prüfungsbedingungen wie zu Beginn seines Studiums geklagt. Er scheiterte vor Gericht.
Abgewiesen: Ein Medizinstudent hatte auf gleiche Prüfungsbedingungen wie zu Beginn seines Studiums geklagt. Er scheiterte vor Gericht. (Archivfoto) © Michael Mehle/UMG/nh

Die Klage eines Studenten gegen die Uni-Medizin Göttingen ist vom Verwaltungsgericht abgewiesen worden. Der Kläger hat keinen Anspruch auf eine weitere Wiederholungsklausur.

Göttingen – Studierende haben keinen Anspruch darauf, ihr Studium zu den gleichen Prüfungsbedingungen beenden zu können, wie sie zu Beginn ihres Studiums galten. Das hat das Verwaltungsgericht Göttingen entschieden.

Es wies damit die Klage eines Medizinstudenten gegen die Uni-Medizin Göttingen (UMG) als unbegründet ab. Der Kläger wollte die UMG gerichtlich dazu verpflichten, ihn zu einer weiteren Wiederholungsprüfung zuzulassen, nachdem er zweimal durchgefallen war.

Nach Ansicht des Gerichts ist die Prüfungsentscheidung jedoch nicht zu beanstanden. Der Kläger habe daher keinen Anspruch auf eine weitere Wiederholungsklausur (Aktenzeichen 4 A/20).

Der Medizinstudent hatte zunächst die erste Klausur in der Lehrveranstaltung „Kursus der makroskopischen Anatomie“ nicht bestanden. Nachdem er die beiden ersten Termine für eine Wiederholungsprüfung ungenutzt hatte verstreichen lassen, nahm er an dem letztmöglichen Termin teil, der noch in der per Studienordnung vorgesehenen Frist lag. Er fiel erneut durch. weil er 19 von maximal 40 möglichen Punkten erreichte – 24 Punkte wären zum Bestehen notwendig gewesen.

Also beantragte der Student zunächst, die Prüfungsfrist zu verlängern. Die UMG lehnte das ab. Er zog vor Gericht und begründete seine Klage damit, dass die Bewertung seiner Klausur fehlerhaft gewesen sei, da eine zu Beginn seines Studiums geltende Klausel nicht angewandt worden sei. Eben das wirke sich gerade in dieser Lehrveranstaltung besonders gravierend aus, da es nicht möglich sei, für den Wiederholungsversuch an der Erstprüfung des folgenden Semesters teilzunehmen. Das sei deshalb relevant, weil die Wiederholungsprüfung eine andere Form als die Erstprüfung aufweise.

Nach Ansicht des Gerichts wurde die Prüfung jedoch zu Recht nach den Maßstäben der zwischenzeitlich geänderten Studienordnung beurteilt. Hochschulen könnten ihre Studien- und Prüfungsordnungen jederzeit ändern und auch die Kriterien für den Prüfungserfolg verschärfen. Studierende genössen nur insoweit Vertrauensschutz, als sie grundsätzlich davon ausgehen könnten, dass sich die Prüfungsbedingungen nicht so sehr zu ihrem Nachteil ändern, dass sie sich hierauf nicht mehr in zumutbarer Weise einstellen können. Dass diese Grenze hier überschritten sein könnte, sei nicht ersichtlich.

Dass die Wiederholungsprüfung nur aus einer schriftlichen Klausur bestehe, sei ebenfalls nicht zu beanstanden. Die UMG habe dies nachvollziehbar damit begründet, dass man nicht in jeder Wiederholungsprüfung auch noch einen praktischen Teil einbauen könne, weil dafür nicht genügend Präparationsobjekte und Lehrpersonal zur Verfügung stünden. (Heidi Niemann/Thomas Kopietz)

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