Studenten strömen in Göttinger Stadtbusse: Jetzt beklagen sich Fahrgäste

Göttinger Verkehrsbetriebe: Seit Anfang November fahren die Stadtbusse auf einem neuen Liniennetz. Foto: Schlegel

Göttingen. Studenten steigen mit ihrem Semester-Ticket gern in die Göttinger Stadtbusse ein. Doch nun gibt es Klagen über zu volle Fahrzeuge.

Seit Anfang November läuft das neue Liniennetz der Göttinger Verkehrsbetriebe. Bei jeder fünften der gut 230 Beschwerden wurde mangelnde Platzkapazität in den Bussen beklagt. Die Schwierigkeiten in der Einführungsphase waren deshalb Thema im Bauausschuss der Stadt. Thomas Zimmermann, Betriebsleiter der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB), stand den Ausschussmitgliedern Rede und Antwort. Er räumte ein, dass man mit dem Ansturm der Studenten in dieser Art nicht gerechnet habe.

Bei den ursprünglichen Überlegungen sei man davon ausgegangen, dass die Studenten in der Regel nach 8 Uhr fahren. Doch die Situation hat sich anders entwickelt: Viele Studenten fahren schon gegen 7.30 Uhr. Das führt gerade im morgendlichen Berufsverkehr zu Platzproblemen in manchen Bussen.

Beschwerden

Weiterhin gibt es Klagen über das Angebot beziehungsweise das Liniennetz an sich: Fast zwei Drittel aller Beschwerden beziehen sich auf dieses Thema. Hier einige Beispiele für die Probleme:

• Linien 11/12: Die Verbindung vom Geismar zu den Zietenterrassen ist deutlich schlechter geworden.

• Linien 21/22/23: Die Verbindung mit der 21 in die Innenstadt fehlt - diese Linie fährt über den Bahnhof. Die Busse sind häufig durch das Semesterticket überfüllt.

• Linien 61/62: Die Anbindung des Theodor-Heuss-Gymnasiums und des Hainberg-Gymnasiums aus Rosdorf hat sich deutlich verschlechtert. Die Busse im Schülerverkehr aus Bovenden sind zu voll. Der Anschluss von Bovenden zum Klinikum ist schlecht.

• Linien 91/92: Die Anbindung von der Theodor-Heuss-Straße zum Nordcampus der Uni fehlt. Auf der Goßlerstraße ist das Fahrtenangebot zu gering. Morgens sind die Busse in der Schülerspitze überfüllt.

Betriebsleiter Zimmermann berichtete, dass die Fahrzeiten durch die Stadt deutlich zu lang sind. Ein Nadelöhr ist dabei beispielsweise die Goßlerstraße. Die Lösung: Wenn man die Fahrzeit verkürzen würde, könnte man mit den gleichen Bussen mehr Fahrten anbieten.

Den Unmut von Fahrgästen bekommen die Busfahrer zu spüren. Sie stoßen laut Zimmermann an ihre Belastungsgrenzen. Unterdessen habe das Gewerbeaufsichtsamt die psychische Belastung der Fahrer ermittelt. Jetzt müssen die Verkehrsbetriebe laut Zimmermann bis März ein Konzept zur Reduzierung der Belastung entwickeln.

Verbesserungen: Kauf von weiteren Busse kaufen und Zusatz-Fahrten 

Die Göttinger Verkehrsbetriebe reagieren auf die Beschwerden über das Busliniennetz. Dabei soll es auch kurzfristige Veränderungen geben.

Um schnell Verbesserungen zu schaffen, sollen Gelenk-Busse gezielt auf überfüllten Kursen eingesetzt werden. Außerdem wollen die Verkehrsbetriebe kurzfristig gebrauchte Gelenk-Busse kaufen, um die zusätzliche Nachfrage zu befriedigen. Im Schülerverkehr werden zudem Zusatz-Busse auf die Strecke geschickt. Weitere Einsatz-Busse starten bereits am Montag, 8. Dezember.

Mittelfristig wird überlegt, die Linie 11/12 auf die Zietenterrassen zu verlängern. Beim Linienpaar 21/22 wird geprüft, ob es einheitlich durch die Innenstadt oder über den Bahnhof fährt. Diese Veränderungen könnten zum Fahrplanwechsel im Frühjahr umgesetzt werden.

Langfristig ist im Gespräch, dass die Linie 61 nach Rosdorf im 30-Minuten-Takt angeboten wird. Außerdem könnte über die Verlängerung der Linie 73 bis nach Holtensen nachgedacht werden.

Es gibt aber auch positive Reaktionen auf das neue Göttinger Busliniennetz: Dazu gehört beispielsweise das sogenannte Nachtliesel. Die Busse verkehren auf acht Linien in den Nächten von Freitag auf Samstag sowie von Samstag auf Sonntag.

Im Bauausschuss machte einige Mitglieder deutlich, dass es noch Verbesserungsbedarf für das Liniennetz gibt. Gleichzeitig ist klar, dass der Zuschussbedarf nicht weiter steigen darf. (bsc)

Kontakt: Göttinger Verkehrsbetriebe, Gustav-Bielefeld-Straße 1, 37079 Göttingen, Tel. 05 51/38 44 40, oder hier.

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