Mathematikerin Emmy Noether soll Namenspatin ablösen

Studenten wollen Georg-August-Universität Göttingen umbenennen

Zentrale der Universität Göttingen: Am Wilhelmsplatz in Göttingen sitzt das Präsidium.
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Zentrale der Universität Göttingen: Am Wilhelmsplatz in Göttingen sitzt das Präsidium und in dem repräsentativen Gebäude befindet sich die Aula der Georg-August-Universität.  

Studenten der Universität Göttingen wollen Georg August sinnbildlich vom Thron stoßen: Der ehemalige britische König aus dem Königshaus Hannover und Namensgeber der Göttinger Uni soll durch die Mathematikerin Emmy Noether ersetzt werden.

Göttingen – Die Initiative zur Umbenennung geht vom Studierendenparlament (StuPa) aus. Statt wie bislang Georg-August-Universität soll sie künftig Emmy-Noether-Universität heißen, beschloss das Studierendenparlament. Der von der Hochschulgruppe „Nordcampus“ eingebrachte Antrag erhielt eine Zweidrittel-Mehrheit. Mit Unterstützung des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) soll der Vorschlag nun in die Gremien der Uni getragen und dort diskutiert werden. Emmy Noether lebte von 1882 bis 1935 und war eine jüdische Mathematikerin.

Georg II., König von Großbritannien und als Georg August zugleich Kurfürst von Hannover, hatte die Universität Göttingen 1737 gegründet und der Georgia Augusta ihren Namen gegeben. Darüber hinaus habe Georg August aber mit der Hochschule „nicht viel zu tun gehabt“, erklärte die Gruppe „Nordcampus“. Selbst auf die anfängliche inhaltliche Ausrichtung habe er kaum Einfluss ausgeübt. Der Namen der Universität sei „ausschließlich ein Denkmal für die einstmalige Größe und Generösität des entsprechenden Königshauses“.

Ihre Biografie macht Emmy Noether nach Auffassung des StuPa hingegen zu einer geeigneten Namensgeberin. Noether studierte und lehrte zwischen 1915 und 1933 in Göttingen, an der Universität baute sie eine eigene mathematische Schule auf. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde ihr wegen der jüdischen Abstammung die Lehrbefugnis entzogen. Emmy Noether war die erste deutsche Frau, die sich in Mathematik habilitieren konnte.

In ihrer Habilitationsschrift entwickelte sie mit dem Noether-Theorem eine der wichtigsten Grundlagen der theoretischen Physik.

Die Universität Göttingen ist die älteste noch existierende Uni in Niedersachsen und mit mehr als 30.000 Studierenden – inklusive Universitätsmedizin Göttingen (UMG) – auch die größte des Landes. (Von Thomas Kopietz mit epd)

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