Studentenverbindungen sind von Uni-Homepage verschwunden

+
Entschied sich, die Verbindungen von der Uni-Homepage zu nehmen: Präsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel.

Göttingen. Nach den Schüssen mit einer Druckluftwaffe auf das Haus der Wohnrauminitiative an der Bühlstraße hat jetzt die Uni-Leitung reagiert. Sie hat zunächst die Übersicht über Studentenverbindungen von der Homepage genommen.

Hintergrund: Ein ehemaliges Mitglied einer Studentenverbindung hatte am vergangenen Sonntag auf das Haus geschossen.

„Wir werden uns die einzelnen Einträge auf der Internetseite mit der Übersicht über die Studentenverbindungen genau ansehen und die Seite erst einmal vom Netz nehmen“, sagte Uni-Präsident Prof. Dr. Ulrike Beisiegel. Anschließend soll entschieden werden, ob und in welcher Form die Einträge künftig auf den Internetseiten Erwähnung finden. Gleichzeitig betont sie, dass es falsch und zu kurz gegriffen wäre, wegen des Vorfalls pauschal alle Verbindungen zu verurteilen. „Studentenverbindungen sind wie andere studentische Organisationen auch von jeher ein Teil des studentischen Lebens in Göttingen.“

Beisiegel zeigte sich angesichts der Schüsse auf das Studentenwohnheim am Wochenende, bei denen glücklicherweise niemand verletzt wurde, erschüttert. Die Universität verurteile jede Art von Gewaltanwendung und fordert die Beteiligten auf, ihre Konflikte und Meinungsverschiedenheiten friedlich und im Dialog zu lösen.

Gleichzeitig begrüßt die Uni-Leitung die offene und klare Art, wie die Verbindung Germania mit dem Vorfall umgeht. Sie hatte dem Schützen und einem weiteren Beteiligten die Mietverträge fristlos gekündigt. Gleichzeitig gab es einen offenen Entschuldigungsbrief an die Bewohner des Hauses der Wohnrauminitiative.

Antwortbrief

Diese hat unterdessen selbst mit einem eigenen offenen Brief geantwortet, in dem das Entschuldigungsschreiben begrüßt wird. Gleichzeitig wird das Papier der Verbindung als „öffentlichkeitswirksame Schadensbegrenzung“ bezeichnet. Die Bewohner des Hauses der Wohnrauminitiative fordern, dass künftig weder Mitglieder noch Hausgäste der Verbindung Germania das Grundstück der Initiative betreten.

Die Grüne Jugend Göttingen begrüßt den Schritt von Uni-Präsidentin Beisiegel ausdrücklich, die Verbindungen von der Homepage zu nehmen. „Wir stimmen Frau Beisiegel auch darin zu, dass Studentenverbindungen differenziert kritisiert werden müssen“, heißt es in einer Mitteilung.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.