Kritik an Land für Studienzeitregelung

Studentenvertretung der Uni Göttingen fordert weitere Kann-Semester

Das Gebäude des AStA der Uni Göttingen
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Das Gebäude des AStA der Uni Göttingen: Die Studierendenvertretung fordert, dass alle Corona-Semester als Kann-Semester gewertet werden. (Symbolbild)

Die Landesregierung hat kürzlich – nach langem Zögern – die Regelstudienzeit in Niedersachsen um ein Semester verlängert. Die Regelung reicht den Studierendenvertretungen im Land nicht, denn die Studenten lernten 2020 weitgehend online – im Sommersemester unter starken Einschränkungen.

Göttingen – So fordert der Allgemeine Studierende Ausschuss (AStA) der Uni Göttingen: Alle Corona-Semester müssen Kann-Semester werden. Damit würden sie nicht als komplette Semester gewertet und vollständig auf die Regelstudienzeit angerechnet.

Der AStA der Uni Göttingen übt Kritik an der langen Wartezeit und den konkreten Regelungen durch das Wissenschaftsministerium. Nach neun Monaten des Wartens kommt nun die Verlängerung der Regelstudienzeit auch in Niedersachsen. Jannes Rösener, Hochschulreferent im AStA, findet es „geradezu peinlich, wie lange der Prozess in Niedersachsen gedauert hat“. Die meisten anderen Bundesländer hätten bereits vor langer Zeit ein Kann-Semester verabschiedet. Rösener ist aber auch „inhaltlich“ mit den Maßnahmen der Landesregierung unzufrieden, denn Minister Björn Thümler (CDU) will keine weitere Verlängerung der Regelstudienzeit um mehr als ein Semester zulassen, wie er in einem Brief an die Landes-ASten-Konferenz (LAK) Anfang Dezember mitgeteilt hat.

Das ist für den AStA unverständlich, da die Corona-Pandemie auch die nächsten Semester betrifft – das kommende Wintersemester 2021/2022 werde gerade auch als Online-Semester geplant. „Viele empfinden den zweiten Lockdown als noch belastender. Deshalb müssen alle Corona-Semester müssen also Kann-Semester werden.“ Für den AStA bleibt auch die Frage des BAFöGs noch offen, scheint aber auf eine Einzel-Härtefallregelung hinauszulaufen. „Das halten wir für nicht ausreichend. Auch hier bedarf es einer pauschalen Verlängerung“, fordert Röseler.

Die Grüne Jugend hatte sich dem Solidarsemesterbündnis angeschlossen, wie Jusos und DGB-Jugend. Sie hofft, dass auch die BaföG Zahlungen verlängert werden, sowie Gebühren wie Langzeitstudiengebühren erlassen werden. „Denn für eine verlängerte Studienzeit unter Corona-Bedingungen dürfen die Student*innen nicht auch noch finanziell bestraft werden. Das Bündnis fordert deshalb mit Nachdruck auch: Die Öffnung des BAföGs und finanzielle Nothilfen der Studentenwerke ohne unrealistische Bedarfsprüfung, die Verlängerung der Zinsaussetzung bei dem KfW-Kredit des Studentenkredits des Bundesministeriums sowie die Einbeziehung der Landesweiten Student*innenvertretung in politische Entscheidungen, die die Studenten in Niedersachsen betreffen. (tko)

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