Stiftungsrat in Göttingen nennt Zahlen und Pläne

Studentenwerk baut und saniert 2018 in großem Stil - Kaffee und Mensaessen wird teuer

Wohnheim-Neubau der Städtischen Wohnungsbau GmbH: Das Studentenwerk kauft die Häuser im Albrecht-Thaer-Weg, Nähe Klinikum und vermietet zwei Häuser an die Stadt. In diesen leben Flüchtlinge. Foto: Studentenwerk/nh

Göttingen. Die Wohnheimmieten werden 2018 nicht steigen, wohl aber werden der Kaffee in den Studentwerk-Cafès und das Mittagessen in den Mensen um je fünf Cent teurer.

Das hat der Stiftungsrat als höchstes Gremium des Göttinger Studentenwerks am Freitag beschlossen. Ebenso, dass das Wohnheim Rote Straße zügig saniert werden soll.

Das Studentenwerk benötigt die daraus resultierenden Mehreinnahmen, denn es wird 2018 kräftig investieren. Geplant sind allein im Bereich Studentischen Wohnen Investitionen von 22,9 Millionen Euro. Größter Brocken ist dabei der Neubau des Wohnheims Lutterterrassen im Uni-Nordbereich, das in Holzmodulbauweise errichtet wird. Dort werden 264 Einzelappartements entstehen. Das Baufeld ist bereits abgezäunt, Beginn der Arbeiten wird im Frühsommer 2018 sein.

Historisches Studentenwohnheim: Das Studentenwerk Göttingen ist Eigentümer der Akademischen Burse am Campus und Goßlerstraße – in der Bildmitte die Mensa am Turm mit dem namensgebenden Turm. Foto: Studentenwerk/nh

Das Studentenwerk wird zudem das von der Städtischen Wohnungsbau GmbH errichtete Wohnheim Albrecht-Thaer-Weg 16 a bis 16 d kaufen. Die beiden Häuser, 16 a und 16 b, die als Flüchtlingsunterkunft genutzt wird, dann an die Stadt Göttingen vermieten.

In den anderen beiden Gebäuden wohnen seit dem 1. Oktober 69 Studierende in Dreier-Wohngemeinschaften.

Außerdem im Etat 2018 stehen Instandhaltungen an Studentenwerk-Gebäuden von mehr als zwei Millionen Euro, 1,9 Millionen fließen davon in die Sanierung von Wohnheimen. Für 580.000 Euro werden Dächer und Fassaden instandgesetzt.

Um das alles finanzieren zu können, sieht der Finanzplan laut Studentenwerk „eine rekordverdächtige Kreditaufnahme von knapp 17,2 Millionen Euro vor. 5,7 Millionen Euro werden aus der Sanierungsrücklage Wohnen entnommen.

Auf der Ertragsseite erwartet man 37 Millionen Euro und mehr als 24 Millionen Umsatzerlöse aus Vermietungen und dem Verkauf in Mensen und Cafèterien. Demgegenüber stehen Aufwendungen von mehr als 36 Millionen Euro.

Der geschäftsführende Vorstand Prof. Jörg Magull jedenfalls blickt zuversichtlich nach vorne: „Das Studenwerk ist damit für die Zukunft gut aufgestellt.“

Vorangehen soll es im Streitfall Sanierung Wohnheim Rote Straße/Burgstraße: Der Stiftungsrat des Studentenwerks hat sich mit der Situation befasst. Ergebnis ist der – wenig überraschende – Beschluss: „Die Sanierung der Häuser ist erforderlich.“ Das teilte Uni-Pressesprecher Romas Bielke mit.

Nun soll der Vorstand mit Unterstützung des Stiftungsratsvorsitzenden die notwendigen Schritte zur Sanierung vorbereiten. In einer Sondersitzung des Stiftungsrats sollen diese dann diskutiert werden. „Wir gehen davon aus, dass im weiteren Verlauf ein konstruktiver Dialog zwischen allen Beteiligten stattfindet“, teilt Bielke mit.

In der vergangenen Woche hatten Bewohner wiederholt Druck gemacht und mit einer Aktion im Mensagebäude auf die baldige Sanierung gedrängt. 

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