Semesterbeitrag steigt um 20 Euro

Studentenwerk Göttingen erhöht Beiträge und beklagt mangelnde Unterstützung vom Land

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Soll für 7,8 Millionen Euro modernisiert werden: Das Wohnheim Robert-Koch-Straße 38 des Studentenwerks bietet 192 Einzelappartements, 41 Doppelappartements und 144 Einzelzimmern in Gruppenwohnungen.

Das Studentenwerk Göttingen plant die Anhebung der Beiträge ab Frühjahr 2020 um 20 auf 97 Euro je Semester. Danach sollen weitere Erhöhungen folgen.

Studentische Vertreter üben deshalb Kritik am Land Niedersachsen – wegen mangelnder finanzieller Unterstützung. Ohne das Studentenwerk ist das tägliche Leben für viele Studierende an der Uni Göttingen kaum denkbar: Sie essen in den Mensen, wohnen in einem der Heime, geben einen BaföG-Antrag ab oder nehmen eines der vielen sozialen Angebote wahr.

Seit einiger Zeit investiert das Studentenwerk in neue Wohnheime und muss bestehende Einrichtungen sanieren. „Dadurch ergibt sich ein erheblicher finanzieller Mehraufwand für das Studentenwerk“, sagt Robert Rathke, Vorsitzender des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA). Allerdings ist es aus seiner Sicht ärgerlich, dass sich das Land Niederschsen nicht in ausreichend finanziell an der Arbeit der Einrichtung beteiligt. „In anderen Bundesländern erhalten die Studentenwerke deutlich stärkere finanzielle Unterstützung. Diese übernehmen schließlich wichtige fürsorgliche Aufgaben“, sagt Rathke. So habe das Land Anfang der 2000er-Jahre Zuschüsse für den Betrieb von Wohnheimen eingestellt. Zugleich sei die allgemeine Finanzhilfe gesunken. Das Studentenwerk bestätigt die Einschätzungen: Die Unterstützung des Landes beschränke sich seit Jahren auf 16,2 Millionen Euro für alle Studentenwerke in Niedersachsen, davon flossen im vergangenen Jahr 3,63 Millionen Euro nach Göttingen.

Das Studentenwerk Göttingen kommt finanziell an seine Grenzen: Für dringende Sanierungen müssen außerplanmäßig mindestens 15 Millionen Euro aufgebracht werden. Hinzu kommen die Projekte Sanierung der Wohnheime Rote Straße 1 bis 5/Burgstraße 52 für 5,5 Millionen, die Sanierung der Nordmensa für 25 Millionen Euro, der Neubau des Wohnheims Lutterrasse (25 Millionen Euro) und die Modernisierung des Wohnheims Robert-Koch-Straße 38 (7,8 Millionen Euro).

Da sich die Studierenden finanziell stärker am Studentenwerk beteiligen müssen, fordert der AStA eine Verbesserung der Beteiligungsmöglichkeiten – zum Beispiel durch die Erhöhung der Zahl der studentischen Vertreter in den Gremien des Studentenwerks. „Wenn die Studierenden eine höhere Last tragen als das Land, ist es nur ihr gutes Recht, mehr Einfluss in den Gremien nehmen zu können“, sagt Geschäftsführer Prof. Dr. Jörg Magull. 

Die geplanten Mehrbelastungen für Studenten

Die Beiträge für das Studentenwerk Göttingen sollen in mehreren Schritten steigen: Zum Sommersemester 2020 soll der Beitrag von 77 auf 97 Euro angehoben werden. In den beiden Folgesemestern sind weitere Steigerungen um jeweils fünf Euro geplant. Das Essen in den Mensen soll zehn Cent teurer werden. Außerdem ist die Anhebung der Monatsmieten in den Wohnheimen um jeweils zehn Euro geplant. Die Eröhungen sollen am 24. Juni beschlossen werden.

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