Leben auf 18 Quadratmetern

Göttingen bekommt neues Wohnheim für 264 Studenten

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Seit einem Vierteljahrhundert hat das Studentenwerk keine neuen Wohnheime gebaut. Jetzt entstehen bis zum Jahresende die Lutterterrasse am Nordcampus – mit 264 Einzelappartements.

Damit will das Studentenwerk der starken Nachfrage nach Einzelzimmern Rechnung tragen. Derzeit warten etwa 2000 Studenten auf einen der etwa 4000 Wohnheimplätze.

Die Besonderheit bei dem neuen Heim mit vier Obergeschossen in der Nähe der Nordmensa: Alle Zimmer werden in Österreich samt Einrichtung und Nasszelle in Holzbauweise vormontiert und als Module nach Göttingen gebracht.

Dadurch kann die Bauzeit auf etwa ein Jahr halbiert werden. Lediglich das Fundament und das Erdgeschoss werden betoniert. 22 Millionen Euro werden in das Projekt investiert – zum größten Teil über Kredite über die N-Bank. Außerdem beteiligt sich das Land mit einem Zuschuss von einer Million Euro.

Damit sich die künftigen Bewohner ein Bild von ihren Appartements machen können, wurde jetzt ein fertig eingerichtetes Modul auf dem Platz vor dem Nordcampus aufgestellt, Jeden Mittwoch können dort Interessierte zwischen 12 und 14 Uhr auf Besichtigungstour gehen. Jedes Appartement hat schon fertig eingebaute Schränke, Schreibtisch, Bett sowie eine kleine Kochnische mit Kühlschrank – alles auf 18 Quadratmetern. 

Selbst fürs Internet mit einer maximalen Übertragungsrate von 800 MBit ist künftig gesorgt. "Im Durchschnitt beträgt die Warmmiete inklusive Strom und Internetversorgung 350 Euro pro Apartment", berichtet Carmen Heine, Leiterin des Gebäudemanagements beim Studentenwerk.

Blick ins Beispielappartement: Steve Saleh vom Studentenwerk zeigt die Einrichtung

Im vorausgegangen Architektenwettbewerb hatte sich der Entwurf des jungen Architekturbüros Lima aus Stuttgart mit Tobias Manzke und Lisa Bogner gegen 14 weitere Entwürfe durchgesetzt. Bei den Planungen musste auch auf die Belange der auf dem Gelände lebenden Hamster Rücksicht genommen werden. Für sie wurde ein spezieller Zaun errichtet, um die strengen Naturschutzvorgaben erfüllen zu können.

Seit Anfang November laufen die Arbeiten am Fundament und am Erdgeschoss. Ab März können sich die Studenten auf die Appartements bewerben. Voraussichtlich ab April werden die ersten Module vor Ort eingebaut. Die ersten Studenten können voraussichtlich im November oder Dezember einziehen, hieß es bei der Vorstellung des Projekts.

www.studentenwerk-goettingen.de

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