Schnell und einfach umzubauen

Einmaliges Projekt in Göttingen: Studentenwohnheim auch fürs Alter

Neue Appartements für Studenten: An der Theodor-Heuss-Straße ist das Gemeinschaftsprojekt von Städtischer Wohnungsbau GmbH und Studentenwerk Göttingen fast fertig. Schlüsselübergabe wird Anfang September sein – rechtzeitig vor Semesteranfang. Foto: Kopietz

Göttingen. Ein in Göttingen bisher einmaliges Projekt: Die Städtische Wohnungsbau GmbH und das Studentenwerk der Uni schaffen ein Wohnappartementhaus an der Theodor-Heuss-Straße.

Und dabei sind sie ihrer Zeit voraus. Bauherr ist die Städtische Wohnungsbau, die den Schlüssel für das Gebäude mit insgesamt 33 Zwei-Zimmer-und zehn Drei-Zimmer-Wohnungen für 96 Bewohner am 7. September an das Studentenwerk übergeben wird. „Wir bleiben aber Eigentümer“, sagt Claudia Leuner-Haverich, Geschäftsführerin der Städtischen Wohnungsbau GmbH, die auch, eingeleitet noch vom Vorgänger Rolf-Georg Köhler, bei der Planung ganz neue Wege gegangen ist.

Das Studenten-Appartementhaus ist modern, schnell und flexibel in einer Modulbauweise konzipiert und errichtet worden – mit dem Blick auf die Bevölkerungsentwicklung in den nächsten Jahrzehnten: Denn, sollte der Studenten-Boom einmal abebben, was nach 2025 passieren könnte, wären die Ein- und Zwei-Zimmer-Appartements quasi im Handumdrehen, schnell und einfach, umzubauen. Die Gebäude seien an die demografische Entwicklung und den Bedarf in Göttingen anpassbar. „Später können ohne große Probleme und Kosten Mehrzimmerwohnungen entstehen“, sagt der Architekt Sergio Pascolo.

„Diese Umgestaltungsmöglichkeiten haben wir von Beginn an eingeplant. Am Ende spart das Zeit und Kosten“, schildert der Architekt mit Sitz in Venedig, der auch schon für die Städtische Wohnungsbau die „Roten Häuser“ am Alfred-Delp-Weg auf den Zietenterrassen konzipiert und damit Architektur-Preise gewonnen hat.

Zurück zur Theodor-Heuss-Straße: Die Wohnungen werden bereits im September vermietet. „Rechtzeitig vor Beginn des Wintersemesters“, sagt Claudia Leuner-Haverich. Dann schreiben sich etwa 6000 neue Studierende allein an der Georg-August-Universität ein. Zwar werde dadurch der Wohnungmangel, der stets besonders akut zum Wintersemesters deutlich wird, nicht behoben, aber einige Wohnungen mehr stünden nun zur Verfügung, sagt Leuner-Haverich.

Studentenwerk-Geschäftsführer Prof. Dr. Magull betont, dass durch den Neubau und den Abriss des nicht mehr sanierungsfähigen Alt-Betonbaus nun 36 Wohnheimplätze mehr zur Verfügung stehen.

Die Kooperation mit der Städtischen Wohnungsbau hat für Magull bisher nur Vorteile gebracht. Die Wohnungsbau habe so Geld aus dem Topf für Sozialen Wohnungsbau erhalten, den das Studentenwerk nie hätte bekommen können. Gleichzeitig habe die Wohnungsbau so auch wieder Wohnungen in die Sozialbindung bekommen, was wichtig für den Wohnungsmarkt in Göttingen insgesamt sei.

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