1. Startseite
  2. Lokales
  3. Göttingen
  4. Göttingen

Studie aus Göttingen: Viele Unternehmen planen massive Preiserhöhungen

Erstellt:

Von: Thomas Kopietz

Kommentare

Hochschule PFH in Göttingen: Dort wurde die Studie zu massiven PHochschule PFH in Göttingen: Dort wurde die Studie zu massiven Preiserhöhungen erstellt.reiserhöhungen erstellt.
Hochschule PFH in Göttingen: Dort wurde die Studie zu massiven Preiserhöhungen erstellt. © PFH Göttingen/nh

Viele Kunden müssen mit massiven Preiserhöhungen durch Unternehmen rechnen. Das geht aus einer Göttinger Studie hervor.

Göttingen – 82 Prozent der Unternehmen planen, die Preiserhöhungen bei Rohstoffen und Vormaterialien an ihre Kunden weiterzugeben. Mehr als 60 Prozent der befragten Unternehmen wollen Preiserhöhungen im zweistelligen Bereich umsetzen, 15 Prozent der Unternehmen zielen sogar auf Preiserhöhungen von 20 Prozent und mehr. 72 Prozent dieser Unternehmen können sich sogar eine zweite Preiserhöhung 2022 vorstellen.

Dies ergab eine aktuelle empirische, aber nicht repräsentative Studie der Privaten Fachhochschule (PFH) Göttingen.

Für die Unternehmen bestehe ein „erheblicher Handlungsdruck“, folgert PFH-Professor für internationales Marketing, Hans-Christian Riekhof. Die Lockdowns wie auch der Ukraine-Krieg und seine Folgen haben Folgen. „Lieferengpässe bei elektronischen Bauteilen, drastische Preissteigerungen bei vielen Materialien, explodierende Seefracht-Raten, durch den Ukraine-Krieg bedingte Preissteigerungen bei Gas, Erdöl und Strom machen es für Unternehmen unausweichlich, ihre gestiegenen und voraussichtlich auch weiter steigenden Kosten an ihre Kunden weiterzugeben“, sagt Riekhof.

Viele Unternehmen setzen Preiserhöhungen sehr pauschal um, sie verzichten auf ein differenziertes Vorgehen bei Preisanpassungen. „Das ist die vielleicht wichtigste Erkenntnis aus unserer Studie. Die Differenzierung der Preiserhöhungen nach Produkt-Kategorien und nach Kundengruppen ist also ausbaufähig“, sagt der Professor.

Von den Preiserhöhungen könnten nach Auswertung der Befragung besonders Neukunden betroffen sein, wie diese ergab. Ein Ergebnis, das die Forscher nicht erwartet hatten.

Gerade bei den Neukunden ist die Preissensitivität in der Regel ausgeprägt, während vorhandene Kunden die Wechselkosten genau kennen und die Leistungsfähigkeit eines Lieferanten gut beurteilen können, sodass sie moderate Preiserhöhungen vermutlich eher akzeptieren können“, so Riekhof.

Für die Studie wurde ein standardisierter Fragebogen entworfen und online zur Verfügung gestellt, der an Kooperationspartner wie auch Alumni der PFH Göttingen weitergeleitet wurde. Damit erhebt die Studie keinen Anspruch auf Repräsentativität.

Der Fragebogen beinhaltet elf Fragen; die Befragung fand vom 4. April bis 30. Juni 2022 statt. Insgesamt haben 1142 Personen den Umfragelink geöffnet und 163 Personen haben in auswertbarer Form an der Befragung teilgenommen, das sind 12,5 Prozent. Die Verteilung der Unternehmen nach Größe, gemessen am Umsatz und an der Mitarbeiterzahl, lasse darauf schließen, dass das Datenmaterial aussagekräftig sei, teilt die PFH mit.

Die PFH wurde 1995 gegründet. In den 30 Campus- und Fernstudiengängen sind aktuell etwa 4000 Studierende eingeschrieben. Die Studiengänge für Management & Law, Technologie, Orthobionik, Psychologie und Wirtschaftspsychologie in Göttingen und Stade sind anwendungsorientiert angelegt. tko

Auch interessant

Kommentare