Betreuung von Forschungsprojekten

Studienzentrum der Uni-Medizin: Die Helfer des Medizin-Fortschritts

Studienzentrum-Leiter: Rainer Bredenkamp.
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Studienzentrum-Leiter: Rainer Bredenkamp.

Viele hundert Studien mit höchst unterschiedlichsten Schwerpunkten und Fragestellungen, Finanzierungen und Antragsverfahren laufen zeitgleich am Mega-Forschungsstandort Universitätsmedizin Göttingen. Unterstützung gibt es vom UMG-Forschungszentrum.

Göttingen - Beteiligt sind tausende Mediziner, Wissenschaftler, Studierende, Doktoranden und meist noch mehr Probanden, also Patienten, die in der Uni-Klinik versorgt, therapiert und beraten werden – also ihr Okay für die Kooperation mit den Forschern gegeben haben.

Dafür, dass diese Studien überhaupt stattfinden können und regelkonform ablaufen, sorgt das Studienzentrum der UMG. Untergebracht ist es abseits des Uni-Klinik-Geländes, am Ende der Von-Siebold-Straße im unscheinbaren MLP-Gebäude.

„Grob zusammengefasst betreuen wir klinische Studien, von der Konzeption, über die Antragstellung bis zur Finanzierung, von der Abwicklung bis zur Veröffentlichung. Wir entlasten die Mediziner und Wissenschaftler, die das oft allein aufgrund der enorm vielfältigen Anforderungen gar nicht leisten könnten“, sagt der Leiter des UMG-Studienzentrums Rainer Bredenkamp. Dessen Mitarbeiter sind Spezialisten, sie kennen die unterschiedlichen Anforderungen und Bedingungen für Studien, auch die gesetzlichen Regelungen sowie die Finanztöpfe, die angezapft werden könnten.

Die wissenschaftlichen Studien laufen heute oft nicht mehr solitär, sondern vernetzt mit anderen Forschungseinrichtungen ab – auch, um auf stetig komplexer werdenden Forschungsfeldern effektiv, ressourcenschonend und mit erfolgreichen Ergebnissen unterwegs sein zu können. So unterstützt das Studienzentrum auch bei der Vernetzung sowie generell bei der Planung von nationalen wie internationalen klinischen Studien.

Diese ermöglichen den Forschern, auch dank besserer Diagnose und Therapiemöglichkeiten, belastbare, sichere Ergebnisse zu gewinnen, die wiederum medizinischen Fortschritt überhaupt erst möglich machen. Klinische Studien mit Patienten und am Krankenbett sind die Voraussetzung für die Zulassung von Therapien und Medikamenten.

So nehmen an der UMG jährlich mehrere tausend Patienten an Studien teil, geben dafür ihr Einverständnis. Manche sicher auch nicht ganz uneigennützig, was verständlich ist, denn daraus könnten auch neue Therapie- und Heilungsmöglichkeiten für sie persönlich entstehen – vor allem wenn sie an chronischen Erkrankungen leiden.

Für die Beratung und Aufklärung der Patienten sorgen speziell geschulte Prüfärzte und sogenannte „Study Nurses“ (Studienschwestern). Sie beraten auch hinsichtlich der gesetzlichen Vorgaben, kennen Patienten- und Datenschutzbestimmungen.

Besonders wichtig für die Mediziner und Wissenschaftler sind Daten von Patienten mit seltenen und schwer behandelbaren und schwer heilbaren Erkrankungen, wo Ärzte wie Pharmaunternehmen fieberhaft an der Entwicklung neuer Medikamente oder Behandlungen arbeiten. Auf diese warten Patienten sehnlichst.

Doch was ist eine Forschungsstudie ohne Veröffentlichung, die Publikation der Ergebnisse? Davor stehen aufwändige Datenerhebung, -analyse und -bewertung. Auch dabei hilft das Studienzentrum, das seit September 2020 offiziell Vollmitglied im Netzwerk der Koordinierungszentren für Klinische Studien (KKS-N) ist, was den Foschungsstandort stärkt.

„Von unserer Arbeit profitieren Ärzte, Wissenschaftler und Unternehmen, natürlich auch die Studierenden und nicht zu vergessen die Patienten“, fasst Rainer Bredenkamp zusammen, der sonst wenig im Fokus der Öffentlichkeit steht.

Das ist generell das Schicksal der Experten des UMG-Studienzentrums, die denn auch nicht namentlich als Autoren der wissenschaftlichen Studien genannt werden, obwohl sie häufig einen nicht zu unterschätzenden Unterstützungsteil geleistet haben. Und manche Studie gäbe es vielleicht auch gar nicht, somit auch keine Meriten für die Forscher und den Benefit für kranke Menschen. (Thomas Kopietz)

Hintergrund Studienzentrum an der UMG

Zur Arbeit des Studienzentrums gehört auch die Betreuung der Forschungsarbeiten für Deutsche Gesundheitszentren am Standort Göttingen, wie das DeutscheZentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), das Deutsche Zentrum für Degenerati-ve Erkrankungen (DZNE).

Auch beim Comprehensive Cancer Center Niedersachsen (CCC-N), dem Krebsforschungsspitzenzentrum der UMG mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ist das Göttinger Studienzentrum involviert – in Abstimmung mit dem Clinical Trial Center Hannover. Darüber hinaus ist das Studienzentrum UMG beratendes Studienzentrum der Deutschen Gesellschaft für HNO-Heilkunde.

Das Studienzentrum ist seit September 2020 offiziell Vollmitglied im Netzwerk der Koordinierungszentren für Klinische Studien (KKS-N).

Auswirkungen könnte das insgesamt auch für die Göttinger Universitätsklinik haben, nämlich die Forschung am Standort stärken. (tko)

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