Studentenwerk in der Kritik

Studierende beklagen mit Bannern hohe Mieten in Wohnheimen

Kreuzbergring in Göttingen: Ein Studentenwohnhaus mit Protestplakat: "Weg mit den Mieterhöhungen in den Studentenwohnheimen!"

Göttingen. Seit Dienstag flattern an zwölf Studentenwohnheimen große Transparente. Sie künden von einem Protest gegen und vom Unmut über Mieterhöhungen in studentischen Wohnheimen.

„Weg mit den Mieterhöhungen in den Studentenwerks-Wohnheimen“. Der Protest geht also an die Adresse des Studentenwerks Göttingen, das die Mieten in seinen Wohnheimen – nach jahrelangen Nullrunden – zum Teil deutlich erhöht hatte. Auf mehr als 250 Euro im Monat pro Wohnheimplatz. „Dies ist aber das Maximum, das im BAföG-Höchst-Satz für Mieten vorgesehen ist“, teilt das Bündnis Wohnheime gegen Mieterhöhungen mit, dass für die Protest-Banner verantwortlich zeichnet.

Das Studentenwerk hatte die Erhöhungen damit begründet, dass damit dringend notwendige Sanierungen der Häuser bezahlt werden müssen, weil das Land Niedersachsen eben dafür kein Geld mehr zur Verfügung stellt. 

Die Göttinger Initiative der Wohnheime aber sieht das Land in der Pflicht: „Wenn das Studentenwerk nicht mehr aus eigenen Mitteln in der Lage ist, seinem satzungsgemäßen Zweck nachzukommen und günstigen Wohnraum für Studierende zur Verfügung zu stellen, dann muss das Land Niedersachsen einspringen“, sagt Maximilian Burucker vom Bündnis Wohnheime gegen Mieterhöhungen. Das Ziel sei klar: „Studentisches Wohnen muss für alle Studierenden bezahlbar bleiben. “

Durchschnittlich waren die Mieten pro Platz um 37 Euro angehoben worden. Protestiert hatte auch die Göttinger Wohnrauminitiative gegen die Erhöhungen und kürzlich einen Sack mit mehr als 500 Protest-Briefen von Studierenden an die Leitung des Studentenwerks abgegeben. Die Wohnrauminitiative hatte auch moniert, dass das Studentenwerk als Vermieter die Erhöhungen nicht genügend erläutert hatte. Und das Studentenwerk könne die notwendigen Sanierungskosten nicht an die Studierenden über Mieterhöhungen weitergeben.

Das Studentenwerk müsse sich nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten strecken – folglich auch Druck auf das Land ausüben, hieß es.

Nach Angaben des Studentenwerks sollen 31,6 Millionen Euro bis 2021 in den Bereich studentisches Wohnen fließen, 16 Millionen Euro in die Mensen und Cafe’terien. „Etwas mehr als die Hälfte der Gesamtinvestitionssumme muss durch Kreditaufnahmen finanziert werden“, sagt Pressesprecherin Anett Reyer-Günther.

Das Studentenwerk verfügt über einen unterschiedlichen Gebäudebestand mit etwa 100 Objekten. Die Häuser wurden zwischen 1775 und den 1980er-Jahren gebaut. Seitdem hatte das Land auch mit Zuschüssen für Neubauten gegeizt, die in Göttingen angesichts der Wohnraumnot angebracht wären. 

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