Bürgermeister der Ostfriesischen Inseln

Stürme spülen Sand von Inseln weg - mehr Geld für Schutz nötig

Heike HornBürgermeisterin Langeoog

Die Insel-Bürgermeister aus Ostfriesland wollen mehr Geld für den Schutz ihrer Inseln vor Sturm und Flut.

Nach mehreren Sturmfluten und teils großen Schäden an Ostfriesischen Inseln will Langeoogs Bürgermeisterin Heike Horn (parteilos) mit Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) über Schutzkonzepte sprechen. „Prävention wäre besser, als nur die Krankheit zu behandeln“, sagte sie vor dem Treffen der Inselbürgermeister mit Lies am Mittwoch. Nach Sturmtief „Sabine“ und „Victoria“ seien auf der Insel nicht nur auf etlichen Hundert Metern Strand weggerissen worden, „wir haben auch hohe Abbruchkanten an den Dünen“. Diese schützen unter anderem den Süßwasservorrat der Insel.

Sand umlenken

Eine präventive Maßnahme sei ein Sedimentmanagement in der Nordsee – „also Methoden, um den Sand umzulenken, wenn man die Strömungsverhältnisse kennt“, erklärte Horn. „Ich möchte anfragen, ob das nun in den Vordergrund gerückt ist und für welche Inseln das erstmal geplant wäre.“ Auf Langeoog wird der verlorene Sand nach Sturmflutsaisons mitunter aufwendig aufgespült und verteilt. So geschehen auch im Sommer 2017, ebenso auf der Nachbarinsel Spiekeroog. Steht dabei der Küstenschutz im Vordergrund, trägt das Land Niedersachsen die Kosten.

Genug für Strandkörbe?

 Für die Bürgermeisterin schließt sich aber auch eine zweite Frage an: „Ist genug Sand da für unsere Strandkörbe?“ Um diese wichtige Einnahmequelle im Tourismus zu sichern, muss sich die Insel selbst kümmern – wie ebenfalls vor zwei Jahren. Auch Dünen mussten damals verstärkt werden, die zum Teil massiv von den Wellen angeknabbert worden waren.

Aktuelle Schadensbilanz

Eine genaue aktuelle Schadensbilanz des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz steht nach den jüngsten Stürmen noch aus. Laut Horns Schätzungen wurde so viel Sand abgetragen, wie seit 15 Jahren nicht mehr. Auch Wangerooges Kurverwaltung klagte über ungewöhnlich hohe Schäden. Und es droht weiteres Ungemach: Ohne Reparaturen würden die Schäden in den kommenden Jahren nach Ansicht der Küstenschützer noch weitaus größer ausfallen. Zu bedenken ist auch, dass der zu schützende Raum enorm ist: Mehr als 1000 Kilometer Deiche an den Küsten, an den tidebeeinflussten Flussmündungen und auf den Inseln.

70 Prozent vom Bund

2018 wurden 61,6 Millionen Euro für den Küstenschutz investiert. 61,6 Millionen Euro sind auch 2020 vorgesehen. 30 Prozent kommen aus dem Landeshaushalt, 70 Prozent vom Bund. Allerdings könnte ein drastischer Zuschlag fällig werden – vorausgesetzt die Stürme und Sturmfluten knabbern den Sand an den Inseln weiter ab. Vor dem Treffen mit den Inselbürgermeistern jedenfalls beruhigt Lies die Wogen der Unzufriedenheit derer: Er sieht „wachsende Herausforderungen durch den Klimawandel“ und fordert für den Schutz mehr Geld vom Bund. Die Bürgermeister werden es gerne hören.tko/dpa

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