Stunde der Wintervögel: Naturschutzbund sucht wieder Zähler

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Hatte im vergangenen Jahr „den Schnabel vorn“: Die Kohlmeise (Parus major) wurde bei der „Stunde der Wintervögel“ besonders häufig gemeldet.

Göttingen. Der Naturschutzbund ruft von Freitag bis Sonntag, 9. bis 11. Januar, zur „Stunde der Wintervögel“ auf. Naturfreunde sollen eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zählen und melden.

Die Aktion läuft bereits zum fünften Mal. Die Organisatoren vom Naturschutzbund (Nabu) hoffen, dass auch vermehrt Zugvögel wie Hausrotschwanz, Zilpzalp, Mönchsgrasmücke und Heckenbraunelle gemeldet werden können. „Möglicherweise haben einige dieser Arten aufgrund des Wetters ihre Reise nicht angetreten und versuchen hier auszuharren“, sagte Nabu-Vogelschutzexperte Lars Lachmann.

Mitmachaktion

Um die Zahlen mit den Ergebnissen der vergangenen Jahre abzugleichen, hofft der Nabu auf viele Teilnehmer bei Deutschlands größter wissenschaftlicher Mitmachaktion in Niedersachsen. Auch Gärten, in denen nur wenige Vögel zu sehen sind, sollten unbedingt erfasst werden. „Rückgänge von Arten können wir bei der Stunde der Wintervögel nur mitbekommen, wenn wir auch die kleinen Zahlen erhalten. Gerade ein schleichender Rückgang, wie wir ihn ganz aktuell bei der Amsel feststellen, würde sonst niemals auffallen. Wir vergleichen auch die Artenzusammensetzung zwischen Gärten mit und ohne Winterfütterung. Wichtig ist daher, dass auch dort gezählt wird, wo kein Futterhäuschen in Sichtweite ist“, sagt Lachmann.

In Niedersachsen beteiligten sich 2014 über 7400 Vogelliebhaber an der Aktion. Sie hatten Daten von über 205.000 Vögeln aus knapp 5000 Gärten erhoben. Die Kohlmeise hatte in Niedersachsen „den Schnabel vorn“. Auf den weiteren Plätzen folgten Haussperling, Blaumeise, Feldsperling und Amsel.

Die Wintervogelzählung funktioniert übrigens ganz einfach: Von einem ruhigen Beobachtungsplätzchen aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können am 10. und 11. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr über die kostenlose Rufnummer 0800/1157-115 gemeldet werden. Im Internet sind Meldungen bis zum 19. Januar möglich. Dort gibt es auch eine Zählhilfe zum Herunterladen. Diese kann man auch gegen Einsendung eines Fünf-Euro-Scheins beim Nabu bekommen. In der Broschüre sind auch Vogelporträts sowie Tipps zur Winterfütterung enthalten. (bsc)

Kontakt: Naturschutzbund Niedersachsen, Stunde der Wintervögel, Alleestraße 36, 30167 Hannover

http://niedersachsen.nabu.de/aktionen/sdw

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