Mehrere Tausend Hektar Land betroffen

Sturm Niklas verschlammte Zuckerrüben: Landwirte müssen neu einsäen

Kontrolle: Landwirt Wilhelm Isenberg (rechts) aus Diemarden überprüft mit Mitarbeiter Torsten Müller, wie viele Keimlinge aufgegangen sind. Statt der üblichen 100 000 Pflänzchen pro Hektar haben es deutlich weniger als die Hälfte ans Tageslicht geschafft. Deshalb muss neu angesät werden. Foto: Mühlhausen

Göttingen. Alarmstimmung bei den Zuckerrübenanbauern in Südniedersachsen und Nordhessen: Viele Landwirte müssen in diesen Tagen ihre bestellten Flächen umbrechen und neu ansäen.

Nach Informationen von Branchenkennern sind mehrere Tausend Hektar zwischen Ostwestfalen, Kassel, Göttingen, Hildesheim und Wolfenbüttel betroffen. Grund dafür ist das Sturmtief Niklas, das Ende März nicht nur reichlich Sturm, sondern auch 70 Liter Regen mit sich brachte.

Dadurch sind viele Böden, auf denen die Rüben zuvor frisch ausgesät waren, regelrecht verschlammt. Der Feinboden fließt dabei in den Saatrillen zusammen und härtete durch die anschließende Trockenheit aus. Die kleinen aus der Rübensaatpille wachsenden Zuckerrübenkeimlinge schaffen es nicht, durch diese harte Erdkruste zu wachsen und verkümmern anschließend.

Die kühlen Bodentemperaturen mit Nachtfrösten setzten zudem den wenigen Keimlingen, die es geschafft haben, zusätzlich zu. Landwirt Wilhelm Isenberg aus Diemarden bei Göttingen kontrollierte mit Mitarbeiter Torsten Müller den sogenannten Feldaufgang: Statt etwa 100 000 Keimlingen pro Hektar haben es deutlich weniger als die Hälfte ans Tageslicht geschafft. Deshalb müssen 30 Hektar neu angesät werden.

Für die Landwirte bedeutet das in einer ohnehin arbeitsreichen Zeit zusätzliche Arbeit und durch den Kauf von Saatgut zusätzliche Kosten entstehen – etwa 300 Euro pro Hektar. Nach Angaben der Saatguthersteller ist ausreichend neues Zuckerrübensaatgut verfügbar. (phl)

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