Originell, eingängig und international verständlich

Uni in Göttingen sucht mit Wettbewerb Namen für neues Museum

Sonnenstrahl auf Leuchtturmprojekt: Im Zoologischen Institut am Bahnhof soll ein Wissenschaftsmuseum entstehen. Dafür sucht die Universität noch einen prägnanten Namen und schreibt einen Preiswettbewerb aus, an dem jeder teilnehmen kann. Foto: Kopietz

Göttingen. Das Gebäude gibt es schon. Das Grobkonzept für ein Wissenschaftsmuseum im Zoologischen Institut ebenfalls. Aber noch fehlt der Name. Die Uni startet nun einen Wettbewerb.

Ursprünglich war für das in Göttingen neue und in Deutschland in dieser Form einmalige Projekt der Name „Haus des Wissens“ im Umlauf. Eine problematische Bezeichnung, denn damit verbindet sich auch ein Projekt in der Nazizeit. Hitler wollte auf der Nazi-Schulungsburg Vogelsang in der Eifel in den 30er-Jahren dort eine Super-Bibliothek bauen. Name: Haus des Wissens.

Zuletzt bezeichnete die Uni Göttingen ihr Projekt denn auch als Wissenschaftsmuseum, obwohl dieser Name das Vorhaben nicht so richtig trifft.

„Es soll kein klassisches Museum werden“, sagt Dr. Marie Luisa Allemeyer, die als Leiterin der Zentralen Kustodie mit der Projektkoordination betraut ist. Im Zoologischen Institutsgebäude, wo 1877 das Naturhistorische Museum der Uni eingeweiht wurde, sollen zwar auch attraktive Exponate aus den 30 Sammlungen der Uni zu sehen sein, dazu aber Sonder-, Themen und Schwerpunktausstellungen.

Vor allem aber soll das Gebäude kein Elfenbeinturm der Forschung, sondern die Pforte für Interessierte zum universitären Lehren und Forschen sein. „Dort soll die Lust am Forschen geweckt werden, für Gäste wie Studierende, wenn Profis und Besucher aufeinandertreffen“, sagt Marie Luisa Allemeyer. „Wir wollen an diesem traditionsreichen Ort zeigen, wie Wissen entsteht, wie Forschende und Studierende um Erkenntnisse ringen.

Mittlerweile werden auch die Planungen konkreter und wurden in Uni-Gremien vorgestellt. So soll es eine Hauptausstellung zum „Wissen-Schaffen“ in Vergangenheit und Zukunft sowie Sonderausstellungen zu aktuellen Themen geben. Sie sollen den Blick freigeben in die Labore und Bibliotheken.

Zudem wurde ein Kurator beauftragt: Joachim Baur aus Berlin. Mit Hilfe des Experten soll so ein Raum der Begegnung für die Menschen aus Stadt und Region entstehen: Experimentierstation, Science Slam, Wissenssalon – ein breites Repertoire an Veranstaltungen soll Menschen jeden Alters anziehen, Wissenschaft sichtbar machen.

Jetzt muss aber ein Name her. Alle, die einen Namensvorschlag haben, sind aufgerufen, ihn an die Uni zu senden. Die Namen sollten originell, eingängig und international verständlich sein. Maximal drei Vorschläge kann jeder einreichen

Der Startschuss fällt anlässlich der „Nacht des Wissens“ am Samstag, 17. Januar, bei einer Podiumsdiskussion um 20 Uhr auf der Bühne im Zentralen Hörsaalgebäude (ZHG) am Zentralcampus. 

Von Thomas Kopietz

Probleme und Möglichkeiten

Die Universität Göttingen verfolgt das Projekt Wissenschaftsmuseum mit Hochdruck. Knackpunkt ist das Geld: Für das Projekt werden etwa 16 Millionen Euro benötigt. Das Land hält sich mit Zusagen zu einer Förderung zurück, obwohl Ministerpräsident Stephan Weil bei einem Besuch von dem Projekt begeistert war. Die Universität bemüht sich nun um Sponsoren und Förderer, um das Wissenschaftsmuseum realisieren zu können. Positiv bewertet Uni-Präsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel, dass auf dem angrenzenden Grundstück ein Hotel , betrieben von Carl Graf von Hardenberg (Nörten-Hardenberg), mit 120 Zimmern, Tagungs- und Gastronomieräumen entstehen wird. Das Uni-Museum will mit dem Hotel kooperieren. Negativ wirken derzeit die Diskussionen um die von der Göttinger Firma EBR entwickelte Bebauung neben dem Zoologischen Institut – Kritiker wie die vom Kulturverbund Göttingen bezeichnen die Bebauung als geschmacklos und klotzig. (tko)

Namensaktion

In der Zoologie sowie an den Info-Punkten der Sammlungen können die Namensvorschläge am Samstag während der Nacht des Wissens abgegeben werden. Eine Jury wählt dann aus den abgegebenen Vorschlägen den Gewinner aus. Der Hauptgewinn ist eine Museumsreise nach Berlin. Unter allen Teilnehmenden werden Führungen durch die Göttinger Uni-Sammlungen verlost. Vorschläge an: Universität Göttingen, Zentrale Kustodie, Kennwort Namenswettbewerb, Weender Landstraße 2, 37073 Göttingen. E-Mail an: museumsname@uni-goettingen.de schreiben. Auf der Internetseite des Museums gibt es ein Formular: www.uni-goettingen.de/hausdeswissens. Einsendeschluss ist der 15. Februar. (tko)

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