Innovationscampus: Südniedersachsen soll offener und fortschrittlicher werden

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Vorteile für Uni und Unternehmen: Ulrike Beisiegel

Göttingen. Neuer Tagungsort und offizieller Start für den Südniedersachsen Innovationscampus (SNIC): Im Tagungszentrum Alte Mensa der Uni am Wilhelmsplatz gab es während der Tagung der Südniedersachsen-Stiftung aber nicht nur Sonntagsreden.

Die über die neuen Räume stolze Gastgeberin, Uni-Präsidentin Ulrike Beisiegel, gab für den SNIC das Start-Prost-Signal und betonte, warum er ein so wichtiges Instrument für die Region ist: So träfen dort Handelnde aus fünf Landkreisen und der Stadt Göttingen sowie Universität, Hochschulen und nicht zuletzt Unternehmen aufeinander – mit einer klaren Zielrichtung: „Alle sollen mehr aus dem engeren Miteinander profitieren und das Potenzial der Hochschulen für die Region besser nutzen“, sagte Beisiegel.

Chance und Verpflichtung: Bernhard Reuter.

Auch Landrat Bernhard Reuter knüpft durchaus hohe Erwartungen an SNIC: „Das Projekt in Verbindung mit dem Südniedersachsenplan ist eine riesige Chance“. Die Tür sei offen. „Was wir daraus machen, ist unsere Sache“, mahnte Reuter. Dessen Hoffnung ist, dass der wachsende Teamgeistin Südniedersachsen weiter gestärkt wird. Bedarf dafür sei vorhanden: Die oft geäußerten Vorurteile, Südniedersachsen sei wenig innovativ und zerstritten, stimmten so nicht, sagte Reuter: „Im Kern ist etwas daran.“

Aber: Man verfügt nun über eine ganz andere Kommunikationsstruktur – auch dank des Südniedersachsenplans, der Südniedersachsenstiftung und des zentralen Büros in Göttingen, das gute Arbeit leiste. Es könne und werde auch helfen, Anträge aller Beteiligten schneller auf den Weg zu bringen. Bei Bedarf werde man das Büro personell aufrüsten.

Den Schub für Südniedersachsen, den Ministerpräsident Stephan Weil sieht („Der Motor ist angesprungen“), wertet Bernhard Reuter realistisch als Anfangserfolg – mehr nicht. Man müsse und werde weitere gute Projektideen entwickeln, die dann auch bei einer Landesförderung zum Zuge kommen könnten – im Rahmen des Südniedersachsenplans. „Wir müssen uns aber gewaltig anstrengen.“

Link zum Artikel:

- Website der Südniedersachsen Stiftung

SNIC werde dabei eine wichtige Rolle spielen, betonte Prof. Kilian Bizer. Der Umwelt- und Regionalökonom an der Uni Göttingen sagte, dass eine erste Antragswelle mit innovativen Projekten auf dem Weg sei. „Es werdenweitere Wellen folgen.“ Denn es gehe ja darum, spannende Vorhaben in der Region anzustoßen und zu verankern. Eine Akademie, die eine Grundausbildung und Weiterbildung für Menschen mit Projektideen bietet, solle dabei helfen. Erste daraus resultierende Erfolge würden aber daraus nach drei bis fünf Jahren spürbar sein. Dann stieß man auf SNIC an. Der Innovationscampus soll laut Reuter der Maschinenraum für neue Prozesse in Südniedersachsen sein.

Fragen und Antworten: Wenn Innovationsscouts nach Ideen und Projekten fahnden

Südniedersachsen Innovationscampus (SNIC), was ist das?

Ein echter und virtueller Treffpunkt für Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen. Dabei arbeiten die Landkreise Göttingen, Northeim, Goslar, Holzminden, Osterode, die Stadt Göttingen, Unternehmen, Hochschulen in Göttingen, Holzminden, Clausthal-Zellerfeld und die Georg-August-Universität Göttingen zusammen. Öffentlich vorgestellt wurde das Programm im November 2014 durch Dr. Martin Rudolph (IHK-Südniedersachsen-Geschäftsführer) und Detlev Barth, Geschäftsführer Wirtschaftsförderung Region Göttingen (WRG).

Was ist der eigentliche Zweck des SNIC?

Nun, zunächst einmal sollen das vorhandene Wissen aus Forschung und Wissenschaft in der Region genutzt werden – in Unternehmen, in Projekten und auch in Form von Firmenausgründungen. Menschen, die zukunftsträchtige Ideen haben, sollen unterstützt werden, diese auch als Unternehmer weiter zu verfolgen. „Es geht darum einen Wissenstransfer zu gewährleisten“, sagt Uni-Präsidentin Ulrike Beisiegel. „Nicht nur in eine Richtung.“ Innovative Menschen, Fachkräfte, sollen in der Region gehalten und hervorragende Leute von außerhalb geholt werden. Am Campus sollen Unternehmen über Ergebnisse der Forschung, die Hochschulen über Entwicklungen in Unternehmen informiert werden. Unter dem Strich steht: Die Region soll leistungsstärker werden, durch eine Verknüpfung von Wirtschaft und Wissenschaft.

Wer soll davon profitieren?

Hochschulen, die Universität, die Firmen – allgemein die Wirtschaft – die Verwaltungen. Und natürlich einfallsreiche Köpfe.

Welche Rolle spielt die Südniedersachsenstiftung und welche Arbeitsfelder gibt es?

Die Südniedersachsenstiftung ist die zentrale Koordinierungsstelle und erstellt ein Angebot für die Region mit Veranstaltungen, Aus- und Fortbildung. Die von der Südniedersachsenstiftung organisierte SNIC-Geschäftsstelle übernimmt ab Mai 2016 die Koordination der Arbeitsfelder Wissenstransfer und Fachkräftebindung, Innovationsscouts und Technologieberatung sowie Innovationsakademie und Gründungsunterstützung.

Wie ist die Aufgabenverteilung Landkreis/Hochschulen?

Der Landkreis Göttingen wird sich auf die Technologieberatung und eine finanzielle Beteiligung an der SNIC-Geschäftsstelle beschränken. Die anderen Arbeitsfelder werden von der Universität und den Hochschulen abgedeckt.

Offizieller Start für Innovationscampus in Göttingen

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