1. Startseite
  2. Lokales
  3. Göttingen
  4. Göttingen

Supercomputer in Göttingen – einer der stärksten Rechner der Welt

Erstellt:

Von: Thomas Kopietz

Kommentare

Grafik von berechneten Luftströmen bei Flugzeugen.
Mit Supercomputer berechnet: So sehen die Strömungsphänomene an einer neuartigen Flugzeugkonfiguration aus. Mit solchen Fragen beschäftigt sich das DLR in Göttingen. © Grafik: DLR/nh

Im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt steht der Supercomputer CARO: Einer der leistungsstärksten Systeme der Welt.

Göttingen – Spitzenrechenkraft in Göttingen: Ein neuer Supercomputer des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Göttingen zählt zu den leistungsstärksten 150 Systemen in der Welt. Der Hochleistungs-Rechencluster CARO (High Performance Computing, HPC) erzielte im Probebetrieb eine Leistung, die in der Liste der 500 schnellsten Computersysteme der Welt aktuell Rang 135 entspricht.

Der Hochleistungs-Rechencluster CARO (High Performance Computing, HPC) erzielte im Probebetrieb eine Leistung, die in der Liste der 500 schnellsten Computersysteme der Welt aktuell Rang 135 entspricht.

CARO erreichte eine Rechenleistung von 3.460 TeraFlops pro Sekunde – also 3.460 Billionen Berechnungen in einer Sekunde. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher PC erreicht zwar immerhin etwa 300 Milliarden Berechnungen pro Sekunde, ist damit aber etwa 10.000 mal langsamer als der DLR-Rechner.

Eine Windkraftanlage, Nahaufnahme der Rotorblätter.
Eine Windkraftanlage: Auch Strömungen an diesen Maschinen werden berechnet. © Stefan Sauer/dpa

Der Rechencluster CARO des DLR wird bei der Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung in Göttingen (GWDG) im 2021 teileröffneten neuen Rechzenzentrum auf dem Nord-Campus der Universität betrieben. Auf das System kann aber von allen DLR-Standorten – dafür aber von diesen ausschließlich – zugegriffen werden, wie DLR-Sprecher Jens Wucherpfennig betont.

CARO in Göttingen: Viele einzelne Berechnungen benötigen hohe Rechenkraft

Der Superrechner mit seinen tausenden von Rechenkernen liefert nun die Bedingungen, um extreme Rechenleistungen und Geschwindigkeiten zu erreichen. Die wiederum werden benötigt, um Flugzeuge und Windkraftanlagen umweltfreundlicher und leiser zu machen – bei gleichzeitig höchsten Sicherheitsstandards.

Deshalb, so Wucherpfennig, ist es notwendig die Umströmung im Detail zu kennen. Dabei hilft auch die Simulation der Luftströmungen. Konkret: Jedes Strömungsgebiet – zum Beispiel an einem Flugzeugtriebwerk oder einem Windkraftanlagenflügel – muss dafür in kleinste Elemente unterteilt werden, die alle einzelnen Berechnungen unterzogen werden.

Nun sind Flugzeuge und Windkraftanlagen aber sehr groß und die Umströmung erfolgt zudem sehr schnell. Folge: Für die Simulation werden Millionen von diesen Elementen benötigt, was erst die enorme Rechenkraft von CARO ermöglichen kann.

CARO in Göttingen: Standort mit „einzigartiger Infrastruktur“

CARO ist einer von zwei neuen Hochleistungs-Rechenclustern, die das DLR aufbaut. Die feierliche Inbetriebnahme von CARO in Göttingen ist für dieses Frühjahr geplant. Die Schwester-Anlage CARA in Dresden läuft seit 2020.

Göttingen als Standort kam in Frage, weil es dort laut DLR dort mit dem neuen, supermodernen Rechenzentrum eine „einzigartige Infrastruktur“ gibt und zudem mit der Universität und der Gesellschaft für Wissenschaftliche Datenverarbeitung (GWDG) auch die notwendige Expertise vorhanden ist, solch große Rechnersysteme überhaupt betreiben zu können.

In Göttingen wird so auch einer der Supercomputer des Hochleistungs-Rechenzentrum Nord (HLRN) betrieben (wir berichteten). Weiterer Standortfaktor: Am DLR Standort Göttingen sind zudem zwei DLR-Institute ansässig, die stark auf die Rechenleistung des Supercomputers CARO angewiesen sind: das Institut für Strömungstechnik und das Institut für Aerolastik. (Thomas Kopietz)

In dem Luft- und Raumfahrtzentrum in Göttingen haben Forscher beispielsweise eine Plattform für die Raumstation ISS getestet. Weitere Nachrichten aus der Region erhalten Sie mit unserem Göttingen-Newsletter.

Auch interessant

Kommentare