Friedrich Selter wird Regionalbischof in Osnabrück

Superintendent Selter: Ein Kirchenmann, der Spuren hinterlässt

Zukunftprojekt der Kirche: Peter Friele, Christine Klett, Friedrich Selter
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Wichtiges Projekt für die Zukunft der Kirche in Göttingen: Superintendent Friedrich Selter (rechts) stellte mit Christine Klett und Peter Friele die Pläne für das „Forum für Kirche und Diakonie“ vor.

Das ist ein Verlust für die evangelische Kirche in Südniedersachsen: Göttingens Superintendent verlässt die Region und wird neuer Regionalbischof in Osnabrück.

Göttingen – Die Landeskirche in Hannover gab die Entscheidung am Dienstag bekannt. Der Personalausschuss der Landeskirche hatte den 58-jährigen Theologen zum Nachfolger von Birgit Klostermeier gewählt. Wann Selter das neue Amt in Osnabrück übernimmt, steht allerdings noch nicht fest.

Selter ist seit 2009 Superintendent in Göttingen und hat zahlreiche Projekte initiiert. Über seine Zeit hinaus wird beispielsweise das künftige „Forum für Kirche und Diakonie“ an der Groner-Tor-Straße Spuren hinterlassen. Dort soll künftig das kirchliche Leben besonders sichtbar werden. Dort sollen die diakonischen Einrichtungen einziehen. Nach einem zweiten Bauabschnitt sollen dort auch die Superintendentur und weitere Kirchenkreis-Stabsstellen dorthinziehen. „Kirche macht einen Schritt nach vorne und schafft ein zukunftsfähiges Ensemble, in dem Kirche mitten im Herzen der Stadt als diakonische Kirche erkennbar wird“, sagte Selter zu dem Projekt.

Ein weiteres wichtiges Projekt ist die mögliche Fusion der Kirchenkreise Göttingen und Münden. Die Prüfung des Projekts laufen unter dem Titel „Gö-Mü-23“. Die Verantwortlichen erhoffen sich durch einen größeren Kirchenkreis neue Handlungsspielräume.

Landesbischof Ralf Meister ist sich sicher, dass Selter seine Erfahrungen in seine künftige Arbeit einbringen kann: „Mit Friedrich Selter bekommt der Sprengel Osnabrück einen Regionalbischof, der an seinen bisherigen beruflichen Stationen theologisch gegründet in mutigen Schritten für eine zukünftige Gestalt der Kirche gearbeitet hat. Für sein neues Amt im Sprengel Osnabrück bringt er große Leitungserfahrung in ökumenischer Verbindlichkeit mit.“ Der Sprengel Osnabrück umfasst 112 Gemeinden mit etwa 300.000 Gläubigen.

Selter machte deutlich, dass er sich auf seine neuen Aufgaben freut, auch wenn ihm der Abschied aus dem Kirchenkreis Göttingen nicht leicht falle: „Mir ist wichtig, dass wir eine lebendige und offene Kirche sind, die nahe bei den Menschen ist.“

Bevor er nach Göttingen kam, war er 17 Jahre lang Pfarrer in der Wuppertaler Kirchengemeinde Elberfeld-Nord und stellvertretender Superintendent des Kirchenkreises Elberfeld.

Geboren wurde Selter 1962 in Moers am Niederrhein. Er studierte Theologie in Wuppertal und Göttingen und absolvierte sein Vikariat in der Reformierten Kirchengemeinde in Göttingen. 1992 wurde er in Duisburg-Rheinhausen zum Pfarrer ordiniert. Er ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Töchtern. (Bernd Schlegel)

Regionalbischöfe vertreten in den Regionen den Landesbischof und ordinieren Pastoren

Den sechs Sprengeln der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers steht jeweils ein Regionalbischof oder eine Regionalbischöfin vor. Sie werden laut Kirchenverfassung auf zehn Jahre gewählt und haben die geistliche Leitung und Aufsicht in ihrem Kirchenbezirk inne. Gemeinsam mit dem Landesbischof und unter seinem Vorsitz bilden sie den Bischofsrat. In ihrem jeweiligen Sprengel vertreten sie den Landesbischof. Sie ordinieren Pastorinnen und Pastoren, weihen Kirchen und Kapellen ein und nehmen in Visitationen die Dienstaufsicht wahr.

Die Regionalbischöfe haben in allen Gemeinden ihres Sprengels das Kanzelrecht. Sie dürfen überall predigen und sich mit Kundgebungen, die im öffentlichen Gottesdienst zu verlesen sind, an die Gemeinden wenden. Sie laden die Pastoren zu Generalkonventen und die Superintendenten zu Ephorenkonventen ein und repräsentieren die Landeskirche im kirchlichen und öffentlichen Leben des Sprengels. Das Wort Sprengel leitet sich historisch vom „besprengen“ mit Weihwasser her. Bis zum Jahr 2019 trugen die Regionalbischöfe den Titel Landessuperintendent. Mit der neuen Verfassung der Landeskirche, die am 1. Januar 2020 in Kraft trat, änderte sich die Amtsbezeichnung. (epd/bsc)

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