Universitätsstadt wird Standort eines neuen Hochleistungscomputersystems

Superrechner kommt nach Göttingen

Detailansicht eines Superrechners: Ein Hochleistungscomputer wie dieser im Umweltforschungszentrum Leipzig kommt 2018 nach Göttingen. Foto: dpa

Erfolg für den Forschungsstandort Göttingen: Die Stadt wird einer von zwei Standorten eines neuen Hochleistungscomputersystems, das von sieben Bundesländern betrieben wird.

Der neue Hochleistungsrechner ist das Nachfolgemodell des aktuellen Supercomputersystems HLRN-III, das an der Leibniz Universität Hannover installiert ist. Die neue Generation von Hochleistungsrechnern soll im Jahr 2018 in Betrieb gehen. Göttingen hatte sich erstmals als Standort beworben und jetzt vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur den Zuschlag erhalten. Zweiter Standort des neuen Supercomputers HLRN-IV ist wie bisher auch das Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik in Berlin.

Wissenschaftler nutzen solche Superrechner, um komplexe Modellrechnungen vornehmen zu können. Vor allem Umwelt-, Klima- und Meeresforscher benötigen gigantische Rechenressourcen für ihre Simulationen, beispielsweise zur Vorhersage von Wirbelstürmen oder zur Optimierung von Windenergieanlagen. Der neue Hochleistungsrechner sei derzeit noch in der Entwicklung, sagte der Sprecher des niedersächsischen Wissenschaftsministeriums, Jan Haude. Ähnlich wie sein Vorgänger soll er rund 30 Millionen Euro kosten. Die Hälfte der Investitionskosten übernehmen die sieben im Norddeutschen Verbund für Hoch- und Höchstleistungsrechnen (HLRN) zusammengeschlossenen Länder, die andere Hälfte trägt der Bund.

Dass sich das Ministerium für den Standort Göttingen entschied, hat nach Angaben von Haude vor allem wirtschaftliche Gründe. In Göttingen seien niedrigere Betriebskosten zu erwarten. Hochleistungsrechner verbrauchen enorm viel Strom. Göttingen biete sowohl hinsichtlich der Energiekosten als auch der Energieeffizienz günstigere Voraussetzungen.

Die Universität Göttingen will künftig nicht nur Energie effizienter nutzen, sondern verstärkt auch selbst Energie erzeugen, unter anderem durch Geothermie-Nutzung.

Der erste Teil des neuen Hochleistungsrechners soll an einem der Standorte der Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung Göttingen (GWDG) in der Zimmermannstraße aufgebaut werden. Die weiteren Komponenten sollen dann in einem neuen Rechenzentrum installiert werden, das ab 2017 auf dem Nordcampus entstehen soll. Das neue Rechenzentrum (Kosten: rund 40 Millionen Euro) werde gemeinsam von der Universität, der Göttinger Universitätsmedizin und der Max-Planck-Gesellschaft betrieben, sagt GWDG-Geschäftsführer Professor Ramin Yahjapour. Neben dem Hochleistungsrechner sollen in dem Neubau auch andere Rechnersysteme Platz finden, die bislang dezentral untergebracht sind.

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