Symphonie-Orchester spielt viel Geld ein

Gute Bilanz, umfangreiches neues Programm: Generalmusikdirektor Christoph-Mathias Mueller. Foto: Kopietz

Göttingen. Das Göttinger Symphonie Orchester erwirtschaftet weit mehr Geld in Eigenregie als vergleichbare Klangkörper in Deutschland. Aber: Ohne Steuergeld könnte auch das GSO nicht existieren.

Generalmusikdirektor Christoph-Mathias Mueller betonte den hohen Eigenfinanzierungsanteil des Göttinger Orchesters, das gut 26 Prozent, also 1,2 Millionen Euro des Jahresetats von etwa 4,8 Millionen Euro selber einspielt. „Viele andere kommen auf etwa 15 Prozent, wir stehen also gut da“, sagte Mueller anlässlich der Vorstellung des Jahresspielplans 2015/16.

Das GSO gäbe es aber ohne die öffentliche Unterstützung nicht, sagte Mueller. Das Land Niedersachsen und die Stadt Göttingen schießen pro Jahr etwa 30 Prozent des Etat, rund 1,5 Millionen Euro zu, vom Landkreis kommen 13 Prozent (630.000 Euro) und vom Landschaftsverband Südniedersachsen 10.000 Euro.

Einen starken Anteil haben auch die Firmen, die das GSO unterstützen. Hinzu kommen noch eine lange Liste von Freunden und Förderern, die im Förderverein engagiert sind und von denen auch viele zur Programmvorstellung ins Restaurant Planea kamen.

Mueller warb auch dafür, weiter ein qualitativ hochwertiges Orchester vorzuhalten: Qualität zahle sich aus, auch, weil das GSO als starkes Orchester gefragt sei. „Göttingen muss in seinem Rahmen das bestmögliche Orchester haben“, warb Mueller.

Das neue Programm ist mit dem Titel „Weltsprache Musik“ überschrieben und startet Mitte September. „Wir wollen unsere Offenheit, auch für die klassische Musik, Instrumente und Solisten aus fernen Ländern zeigen“, schilderte Christof-Mathias Mueller.

Weltsprache Musik, das passe auch zu Göttingen, die Stadt die weltweit für ihre Universität bekannt ist, auch in China, wo das GSO Ende 2014 eine gefeierte Tournee spielte. „Wir haben dort eine gute Werbung für Göttingen gemacht“, so Mueller.

Studierende aus aller Welt sind in Göttingen eingeschrieben. Und sie verstehen die Weltsprache Musik des Symphonie Orchesters, was sich an den Besuchen bei Konzerten zeigt. Denn, wie GSO-Geschäftsführerin Karolin Loh schilderte, steigt der Anteil der Studenten im Publikum stetig. Ein Grund ist das Kulturticket, das es in Göttingen gibt. „Sie kommen vor allem zu den außergewöhnlichen Konzerten, bei denen die Göttinger eher zögern“, ergänzt Orchesterchef Mueller schmunzelnd.

Interessanter Aspekt: Ausländisches Studierende ziehen Deutsche scheinbar mit in die GSO-Konzerte. „Deren Schwellenangst scheint größer zu sein, als die von Studierenden aus Asien oder Südeuropa“, sagte Karolin Loh.

• Infos zum GSO und neuen Programm 2015/16 unter: www.gso-online.de

Lesen Sie dazu auch:

- Göttinger Symphonie Orchester wurde in China umjubelt

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